Satellitenbild der Woche Hotspot Sizilien

Deutschland erlebt einen ungewöhnlich warmen Frühling. Aber auch der Süden Italiens hat sich bereits stark aufgeheizt. Das liegt nicht nur an der Sonne.

Wärmeaufnahme von Sizilien
ESA

Wärmeaufnahme von Sizilien


Im Frühjahr verbringen viele Deutsche die Ferien gern im Süden - dort, wo es schon richtig warm ist. Zum Beispiel auf Sizilien. In diesem Jahr aber wäre das gar nicht nötig gewesen. Denn die Temperaturen waren in Deutschland vielerorts so hoch wie auf der riesigen Insel im Süden Italiens.

Und auch derzeit unterscheiden sie sich kaum - bis auf eine Region: Der Esa-Satellit "Sentinel-3B" hat gerade ein aktuelles Wärmebild von Sizilien und des Mittelmeers in der Umgebung geliefert. Es zeigt, wie sehr sich die Landfläche vor allem im Süden und im Innern der Insel bereits aufgeheizt hat. Weiß steht in der Falschfarbendarstellung der Landflächen für 23 Grad Celsius - und dunkles Orange für 47 Grad.

Die Temperaturen sind ein Werk der kräftig strahlenden Sonne - aber nicht nur. Am Ätna, erkennbar als dunkler Fleck im Nordosten der Insel, haben die Infrarot-Sensoren an Bord des Satelliten nämlich Werte bis 47 Grad ermittelt.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Der größte und aktivste Vulkan Europas ist ein echter Hotspot, auch wenn er derzeit als "wenig aktiv" klassifiziert ist. Der Sand und das Gestein an den zuletzt entstandenen Kratern sind deutlich wärmer als die Luft - und zwar permanent. Ursache ist die heiße Lava tief im Innern des Berges und aufsteigende Gase.

Die Wärme kann jeder Besucher des Vulkans selbst spüren, wenn er ein kleines Loch in den Boden gräbt und sich hineinsetzt. Es fühlt sich an wie ein beheizter Sessel.

Die Aufnahme belegt auch, dass das Mittelmeer bereits auf Badetemperatur ist - zumindest aus der Sicht Ostsee-gestählter Nordeuropäer. Auf den Wasserflächen steht Dunkelblau für 17 Grad Celsius und Weiß für 22 Grad. Die schwarzen Flächen im Bild repräsentieren Wolken - dann liegen keine Temperaturwerte für das Wasser darunter vor.

Wald- und Buschfeuer überwachen

Die Gradzahlen sind allerdings mit gewisser Vorsicht zu genießen, denn sie beruhen auf Messungen der vom Land beziehungsweise dem Wasser emittierten Strahlung. Man spricht daher auch von Strahlungstemperatur.

Es würde weitere, aufwendige Berechnungen erfordern, um aus Strahlungstemperaturen die tatsächlichen Temperaturen exakt zu berechnen, teilt die Europäische Raumfahrtbehörde Esa mit. Die Messdaten reichen jedoch völlig aus, um sich ein Bild von der Temperaturverteilung zu machen.

Mit den beiden Satelliten "Sentinel-3A" und "Sentinel-3B" messen Forscher unter anderen die Oberflächentemperatur auf den Meeren, die wichtig sind für eine möglichst präzise Wettervorhersage. Zudem können mithilfe der Satellitenmessungen Wald- und Buschfeuer erfasst und überwacht werden.

hda

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