Afrika Forscher rätseln über plötzlichen Tod von uralten Affenbrotbäumen

Sie wachsen seit 2000 Jahren - nun sterben die größten Affenbrotbäume in der afrikanischen Savanne plötzlich ab. Der Grund ist bislang unklar, Forscher haben aber eine Vermutung.

Adrian Patrut / DPA

Gigantisch groß und teils uralt: Baobabs gehören zu den markantesten Bäumen Afrikas. Doch einige der ältesten und größten Affenbrotbäume sind in den vergangenen zwölf Jahren plötzlich abgestorben, wie Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Plants" berichten. Die Ursache für ihren Tod ist nicht bekannt. Die Forscher vermuten allerdings, dass Dürren schuld sein könnten.

Der Afrikanische Affenbrotbaum (Adansonia digitata), auch Afrikanischer Baobab, prägt die trockenen Savannen des afrikanischen Tieflands wie kaum ein anderer Baum. Charakteristisch ist ein kurzer, äußerst dicker Stamm, von dem aus kräftige, oft unförmig erscheinende Äste eine weit ausladende Krone bilden.

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Affenbrotbäume: Tote Giganten

Einer afrikanischen Legende nach verdankt der Baum sein Aussehen dem Teufel, der ihn aus der Erde gerissen und verkehrt herum wieder in den Boden gesteckt habe. Tatsächlich erinnert die Krone in unbelaubtem Zustand an ein Wurzelsystem. Die ei- oder kugelförmigen Früchte des Affenbrotbaums werden 25 bis 40 Zentimeter groß und sind reich an Vitamin C, Eisen und Antioxidantien.

Die breiten Stämme sind Wasserspeicher, während die fünf bis zehn Zentimeter dicke, graubraune Rinde kleinere Buschbrände relativ unbeschadet übersteht. Auf diese Weise sind Baobabs ideal an das Klima der Trockensavannen südlich der Sahara angepasst. Die größten und ältesten Exemplare erreichen ein Holzvolumen von 300 bis 500 Kubikmetern und können 2000 Jahre alt werden.

Um zu verstehen, wie den Affenbrotbäumen das gelingt, untersuchte ein Team um den Chemiker Adrian Patrut von der rumänischen Universität Babe Bolyai zwischen 2005 und 2017 über 60 der größten und ältesten Baobabs und bestimmte ihr Alter per Radiokarbonmethode. Dabei entdeckten die Forscher, dass acht der 13 ältesten untersuchten Bäume und fünf der sechs größten Baobabs entweder komplett abgestorben oder ihre ältesten Teile kollabiert waren und das recht plötzlich und nahezu gleichzeitig.

Der heilige Baobab Panke

In einigen Fällen waren die Stämme plötzlich abgestorben. So etwa beim heiligen Baobab Panke, der im spärlich besiedelten Matabeleland in Simbabwe stand: 2010 begannen die Äste des Baumes abzubrechen, als Nächstes teilte sich der Stamm und fiel innerhalb eines guten Jahres um. Den Analysen der Forscher zufolge war der Baum 2450 Jahre alt.

Größer als Panke war der Sunland oder Platland Baobab in Südafrika, der mit 501 Kubikmetern als größter bekannter Affenbrotbaum des Kontinents und als Touristenattraktion galt. Er ging zwischen 2016 und 2017 ein. Noch berühmter war der Chapman Baobab in Botswana, der aus sechs Stämmen dreier Generationen bestand, die alle im Januar 2016 starben.

Faktor Trockenheit

Die Wissenschaftler schließen aus, dass eine Pflanzenepidemie Auslöser des Baumsterbens ist. Zudem seien nicht nur viele der beobachteten sehr großen oder sehr alten Affenbrotbäume abgestorben, sondern auch viele andere ausgewachsene Baobabs.

Das Team vermutet, dass der Klimawandel zumindest teilweise für den Untergang der Bäume verantwortlich ist, da er die Bedingungen im südlichen Afrika erheblich beeinflusse. Südafrika erlebt seit mehreren Jahren immer wieder Extremwetterlagen wie Dürren. Zudem seien auffällig viele junge Bäume eingegangen.

Ob tatsächlich der Klimawandel die Dürren und das Baumsterben verursacht hat, ist allerdings schwierig zu beantworten. Klimaveränderungen lassen sich nur über lange Zeiträume - mehrere Jahrzehnte - nachweisen. Ob Einzelereignisse auf den Klimawandel zurückzuführen sind, oder ob sie auch ohne ihn stattgefunden hätten, lässt sich daher nicht sagen.

von Alice Lanzke/dpa/koe



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