Flüge zwischen Tunis und Dubai suspendiert Emirate sehen Terrorgefahr durch einreisende Frauen

Tunesien hat eine Erklärung für das Flugverbot der Airline Emirates zwischen Tunis und Dubai geliefert: Die Emirate befürchten terroristische Anschläge.

Emirates
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Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben offenbar Hinweise, dass Tunesierinnen oder Frauen mit tunesischen Ausweisen womöglich einen terroristischen Anschlag in dem Golfstaat planen. Ein Sprecherin des Präsidentenbüros in Tunis teilte dem Radiosender Schams FM mit, Behörden in den VAE hätten sie über mögliche Angriffe auf Flugzeuge aus den Emiraten gewarnt. Die Zeitung "Gulf News" berichtetet von Rückkehrerinnen aus Syrien und Irak, die dort auf Seiten der Terrormiliz "Islamischer Staat" gekämpft hätten und nun ein Risiko darstellten.

Damit begründete Tunesien die Entscheidung der Suspendierung von allen Flügen zwischen Tunis und Dubai. Zuvor gab es tagelang Streit um die verweigerte Beförderung von Tunesierinnen in die Vereinigten Arabischen Emirate. In einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur TAP heißt es, die Entscheidung sei nach "ernstzunehmenden Informationen" über mögliche Attacken gefallen.

Nach Aussagen mehrerer weiblicher tunesischer Passagiere verweigerte ihnen die Besatzung seit Freitag den Einstieg in Emirates-Flugzeuge. Einen Grund nannte die Airline nicht, es hieß lediglich, Kundinnen mit einem tunesischen Pass dürften nicht in die Vereinigten Arabischen Emirate einreisen - auch nicht für Transferflüge.

Nach heftigen Protesten sprachen die Behörden in Dubai von "Sicherheitsfragen", die eine derartige "vorläufige" Maßnahme notwendig machten.

In Tunesien sorgte der Ausschluss für Empörung in den sozialen Netzwerken, mehrere Nichtregierungsorganisationen sprachen von einer "diskriminierenden Entscheidung", die die Würde und Rechte der betroffenen Frauen verletze.

Seit der tunesischen Revolution im Jahr 2011 haben sich die Beziehungen zwischen Tunesien und den Vereinigten Arabischen Emiraten deutlich verschlechtert.

mhu/bbr/dpa/AFP/Ap

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insgesamt 23 Beiträge
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chiefseattle 25.12.2017
1. arabische Willkür
Nun, heute sperren wir mal die Tunesierinnen aus, morgen vielleicht die Jordanerinnen, Qataris dürfen ja schon lange nicht mehr. Das ist arabische Politik.
jkbremen 25.12.2017
2. Völlig ok
dass Tunesien so reagiert. Man muss gegen solche Maßnahmen sofort und klar und für die andere Seite finanziell schmerzhaft vorgehen. Hut ab vor der tunesischen Regierung. Wäre schön, wenn die deutsche Regierung gegenüber Übergriffen z.B. von Erdogan auch so schnell und klar reagieren würde.
gersois 25.12.2017
3.
Tunesische Männer dürfen weiter in die Emirate einreisen? Bezieht das Verbot auf Tunesien allgemein oder speziell auf Frauen?
Beat Adler 25.12.2017
4. Die UAE geben Sicherheitsbedenken an.
Zitat von jkbremendass Tunesien so reagiert. Man muss gegen solche Maßnahmen sofort und klar und für die andere Seite finanziell schmerzhaft vorgehen. Hut ab vor der tunesischen Regierung. Wäre schön, wenn die deutsche Regierung gegenüber Übergriffen z.B. von Erdogan auch so schnell und klar reagieren würde.
Die UAE geben Sicherheitsbedenken an und stoppten tunesische Frauen unter 30 jaehrig in Tunis an Bord der Flugzeuge der Emirates zu gehen. Wer weiss, ob die Sicherheitsbehoerden der UAE einen entsprechenden Hinweis auf eine tunesische Terroristin hatten oder nicht? Antwort: Bisher niemand. mehr dazu: https://www.aljazeera.com/news/2017/12/tunisia-suspends-emirates-airlines-flights-171224195534209.html mfG Beat
oldman2016 25.12.2017
5. Was ist mit den Männern?
Da sich die Weigerung von Emirates auf Flüge nach den VAE bezog und offenbar Emiratesflüge von Tunesien in andere Staaten nicht betroffen sind, würden mich die konkreten Gründe das Verbot auf tunesische Frauen zu beschränken schon interessieren.
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