Streitlustiger Ryanair-Chef "Geh zurück an die Arbeit, du Faulpelz, sonst wirst du entlassen"

Bei Ryanair eskaliert mit dem Pilotenstreik der Tarifkonflikt - den Airline-Chef Michael O'Leary mit bissigen Sprüchen angeheizt hat. Der Manager teilt auch gern gegen Kunden aus. Eine Auswahl seiner Rüpeleien.

REUTERS

Der Streik der Ryanair-Piloten in Deutschland und anderen EU-Staaten an diesem Freitag bedeutet für Michael O'Leary eine Niederlage. Über Jahre hinweg predigte der Konzernchef, dass es bei seiner Billigfluglinie nur zufriedenes Personal gebe. Aus seiner Abneigung gegen Gewerkschaften machte er keinen Hehl. Eher friere die Hölle zu, als dass Ryanair Gewerkschaften anerkenne, soll O'Leary noch im September getönt haben. Nun legen die Piloten mit Unterstützung der Gewerkschaften mitten in der Ferienzeit europaweit Hunderte Flieger lahm. Und Ryanair wird wohl kaum etwas anderes übrig bleiben als eine einvernehmliche Lösung mit den Gewerkschaften.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich O'Leary mit verbalen Rüpeleien inszeniert hat - im Gegenteil. Der Airline-Chef ist für seine markigen Sprüche berühmt. Eine Auswahl:

Unter dem aktuellen Streik leiden auch Kunden aus Deutschland. Über die lästerte O'Leary einst, für billige Tickets würden sie "nackt über Scherben kriechen". Wie ernst er solche Sprüche meint, ist schwer abzuschätzen. In einem Interview von 2006 sagte er, man bekomme eben eine "tolle PR, wenn Sie sich auf Pressekonferenzen ein bisschen irre aufführen". Kalkulierte Provokationen wurden zu seinem Markenzeichen. So tauchte er 2003 mit einem Panzer vor der Zentrale des Rivalen Easyjet auf. Die Botschaft: Wer sich mir in den Weg stellt, der wird überrollt.

Doch die Polter-Attitüde könnte jetzt für O'Leary zum Problem werden. Ryainair wird sich auf einen Kompromiss mit seinen Beschäftigten einlassen müssen. Abzuwarten bleibt, ob O'Leary dann auch noch Chef an Bord ist. 2010 verkündete er: "Ich habe drei kleine Kinder daheim. Das ist anstrengend. Da arbeite ich lieber noch ein paar Jahre."

Im Video: Ryanair-Chef O'Leary

mmq

insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
DJ Bob 10.08.2018
1. Sozialstandards
Tja doch nicht so "dolle" die heile irische Welt!! LOL Übrigens ist Irland teil der EU!!! Ich wolllte nur einige hier daran erinnern LOL Hier mal wieder ein Beispiel von "nichtkonforme" Sozialstandards hier ihn der EU Und wiedermal wiederhole ich "agaaain" das die EU keinen Zukunft ohne einheitliche sozial steuer und andere bullshit Bingo Standards hat agaaaaaain!!! Interessant ist wie hier in D gewissen politische Strömungen bereit sind die negative "Errungenschaften" für den deutschen Arbeitnehmer (und die sind wahrlich nicht wenig) "hinzunehmen" für ein "Vereinigte Staaten von Europa" oder nennen wir es lieber Pipi Langstrumpf Land LOL Und die "wenigen" positiven" Errungenschaften sind faktische ohne Wert!!! Denn diese Errungenschaften bezahlen nicht die galoppierende Mieten hier in D, die exorbitante Energiepreise, die arschvoll Steuern und Abgaben und die beschissene Arbeitslosenversicherung (hättee auch Solidarzuschlage GEZ oder Kirchensteuer sagen können LOL) In wenigen Jahren wird die BRD bitter bitter zahlen müssen für die Ausbeutung einen grossteil seine Mitbürger ...Auch wenn SPON dies hier zensiert spreche ich wenn die Geburtenstarken in Rente gehen!!!!
Planquadrat 10.08.2018
2. Solange
es genügend Menschen gibt, die sich für ihre Schnäppchen vom Chef der Airline als "Idioten" bezeichnen lassen, solange funktioniert dieses System der Ausbeutung von Arbeitnehmern. Geiz ist eben immer noch Geil und frisst Hirn.
seyffensteyn 10.08.2018
3. Wenn ich mich in einem Unternehmen nicht wohlfühle,
verlasse ich es.Egal,ob als Pilot oder Kabinenpersonal.Ich finde es immer wieder beeindruckend,wie Gewerkschaften,denen nicht ein Cent am Kapital des Unternehmens gehört,versuchen den Ablauf des Unternehmens zu stören.Wenn nach solchen Aktionen dann die Gehälter nicht fristgerecht bezahlt werden, ist das Geschrei groß.
Le Commissaire 10.08.2018
4.
Mir gefallen solche Sprüche. Niemand ist gezwungen, mit Ryanair zu fliegen oder bei Ryanair zu arbeiten. Selbst bin ich noch nie mit Ryanair geflogen und will dies auch weiterhin unbedingt vermeiden, meine Erfahrungen mit easyjet reichen da vollkommen aus. Es ist sehr verblüffend, was sich Menschen antun, um zu Geizhals-Preisen in den Saufurlaub zu gelangen. Ich glaube, es wird zunehmend als Menschrecht angesehen, billigst überall hinzufliegen, weil man ganz dringend und unbedingt da und dort Urlaub machen muss. Das ist aber ein Missverständnis, Billigflüge sind kein Menschenrecht.
kantirandavivorhodan 10.08.2018
5.
Zitat von seyffensteynverlasse ich es.Egal,ob als Pilot oder Kabinenpersonal.Ich finde es immer wieder beeindruckend,wie Gewerkschaften,denen nicht ein Cent am Kapital des Unternehmens gehört,versuchen den Ablauf des Unternehmens zu stören.Wenn nach solchen Aktionen dann die Gehälter nicht fristgerecht bezahlt werden, ist das Geschrei groß.
Wenn alle so denken würden wie Sie, würden wir heute noch mindestens auf dem Stand von vor 100 Jahren festhängen und es würde sich nie etwas ändern. Dann hätten auch Sie kein freies WE, keine Krankenversicherung, kein Urlaubsgeld (mal vom Urlaub überhaupt abgesehen) usw. VIelleicht einfach mal vor dem Schreiben nachdenken?
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