Mehrheitsbeteiligung von Kering Luxusartikel-Konzern steigt bei Puma aus

Die erhofften Synergieeffekte mit Marken wie Gucci oder Yves Saint Laurent sind ausgeblieben: Der französische Luxuskonzern Kering gibt deshalb seine Mehrheit am Sportartikelhersteller Puma wieder ab.

Puma-Logo in Herzogenaurach
DPA

Puma-Logo in Herzogenaurach


Der französische Luxuskonzern Kering will seine Mehrheitsbeteiligung am fränkischen Sportartikel-Hersteller Puma abgeben. Der Großteil der Aktien soll an die Anteilseigner von Kering, insbesondere an die Holdinggesellschaft Artemis der Gründerfamilie Pinault, übertragen werden, teilte der Konzern in Paris mit.

Kering ist bisher mit 86,3 Prozent an Puma beteiligt und will nun 70 Prozent seiner Anteile abgeben. Artemis ist mit 40,9 Prozent auch Mehrheitsaktionär an Kering.

Mit einer Beteiligung von 29 Prozent werde Artemis langfristig ein "strategischer Aktionär" von Puma bleiben, teilte der Konzern mit. 55 Prozent der Puma-Anteile werden künftig im sogenannten Streubesitz sein, also frei an der Börse gehandelt werden. Bislang waren dies nur 14 Prozent. Deswegen war Puma in den SDax abgestiegen, obwohl das Unternehmen einen Börsenwert von 5,3 Milliarden Euro hat.

Puma begrüßt neue Aktionärsstruktur

Puma begrüßte die geplante Änderung der Aktionärsstruktur. Eine Erhöhung des Streubesitzes biete Anlegern verbesserte Investionsmöglichkeiten, teilte das Unternehmen in Herzogenaurach mit. Seine Geschäftsstrategie könne Puma beibehalten.

"Das ist das Beste, was uns hätte passieren können", hieß es in Unternehmenskreisen. Zuletzt war auch über einen Verkauf von Puma etwa nach China spekuliert worden.

Die für Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent und Brioni bekannte Kering-Gruppe will sich ganz auf das Luxussegment mit Schmuck, Uhren, Mode und Lederwaren konzentrieren und die Sportsparte aufgeben.

Kering war vor gut zehn Jahren bei Puma eingestiegen. Damals hatte sich das fränkische Traditionsunternehmen angesichts der übermächtigen Konkurrenz von Adidas und Nike stark als Mode- und Lifestyle-Marke positioniert.

Die Hoffnung auf Synergieeffekte mit Gucci oder Yves Saint Laurent hatte sich aber nie erfüllt. Inzwischen ist Puma wieder zu seinen Wurzeln als Hersteller von Sportschuhen und -bekleidung zurückgekehrt.

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brt/dpa/Reuters



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