Urteil wegen Steuerhinterziehung Messi kündigt Berufung an

21 Monate Haft und 3,7 Millionen Euro Strafe - gegen dieses Urteil wollen Fußballstar Lionel Messi und sein Vater Berufung einlegen. Ihre Anwälte sagen, die Messis seien beispielhafte Bürger.

Messi vor dem Gerichtsgebäude in Barcelona (Archivbild von 2013)
AP

Messi vor dem Gerichtsgebäude in Barcelona (Archivbild von 2013)


Weltfußballer Lionel Messi vom FC Barcelona und sein Vater Jorge haben Einspruch gegen eine 21-monatige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung angekündigt.

In einem Kommuniqué an verschiedene spanische Medien bezeichneten die Anwälte der Messis das Urteil des Landgerichts in Barcelona als "nicht korrekt". Man werde deshalb vor dem Obersten Gericht Spaniens Berufung einlegen und sei zuversichtlich, dass es für beide Mandanten am Ende einen Freispruch geben werde.

Die Anwälte Enrique Bacigalupo und Javier Sánchez-Vera betonten, Messi habe dem Fiskus alle geforderten Beträge zurückgezahlt. Deshalb sei die "Hartnäckigkeit" des Finanzamtes, die Anklage gegen den Spieler und dessen Vater aufrechtzuerhalten, "überhaupt nicht zu verstehen".

Die Messis seien "beispielhafte Bürger". Lionel Messi beweise das als öffentliche Person ständig, "sowohl auf den Fußballplätzen wie auch außerhalb der Stadien".

Ein Gericht in Barcelona hatte Messi und seinen Vater neben der Haft- auch zu einer Geldstrafe in Höhe von knapp 3,7 Millionen Euro verurteilt. Ins Gefängnis müssen die beiden aller Voraussicht nach nicht, weil Haftstrafen in Spanien für gewöhnlich auf Bewährung ausgesetzt werden, wenn es sich nicht um Gewalttaten handelt und die Verurteilten zuvor noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.

Nach Überzeugung der Anklage soll der 29-jährige Fußballstar zusammen mit seinem Vater mittels Scheinfirmen in Belize und Uruguay Steuern in Höhe von insgesamt 4,16 Millionen Euro hinterzogen haben. Dabei ging es um Einnahmen aus Bildrechten aus den Jahren 2007 bis 2009.

Der fünfmalige Weltfußballer hatte vor Gericht ausgesagt, sich um die Steuerangelegenheiten nicht gekümmert und "von nichts" gewusst zu haben.

wal/dpa/AFP



insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
Sprühregen 07.07.2016
1. beispielhafte Bürger
..aber sicher doch, die Messis stehen beispielhaft für die Steuerhinterziehungsmentalität und Gier der sogenannten Eliten.. da fehlt jegliches Unrechtsbewußtsein.. wir werden schon den richtigen Richter finden, Geld spielt schließlich keine Rolle.
alaba27 07.07.2016
2. Unglaublich
Mit dieser "Strafe" ist er doch gut davon gekommen, warum belässt er es nicht dabei und konzentriert sich wieder auf das was er kann ? Gegen den Ball treten. Man möchte ihm für dieses Verhalten beinahe wünschen, dass der nächste Prozess mit einer härteren Strafe endet. Ich glaube ihm sogar, dass er seinem Vater blind vertraut hat, aber Unwissenheit schützt nun mal nicht vor Strafe.
jujo 07.07.2018
3. ...
Ehrenhafte Bürger von eigenen Gnaden, das ist bekannt. Hat man genügend Geld stellt man selbst die Regeln auf nach denen man lebt. Beispiele gibt es genug. Wird das gestoppt ist man beleidigt und versteht die Welt nicht mehr.
ferdi111 07.07.2016
4.
na dann! Noch fragen? Die werden ja nicht so blöd sein, und den Goldesel in die Bedienungsanleitung der Melkvermehrungsmaschine eingeweiht zu haben! Die Justiz jagt hier wahrscheinlich wieder Steuergelder zum Fenster raus...reinste ABM Maßnahmen für Anwälte - die brauchen ja schließlich auch einen Goldesel!
Alm Öhi 07.07.2016
5. Messi wusste nichts?
Mal ehrlich, wenn man Millionen verdient lässt man seinem Vater das Geld verwalten? Natürlich ein normaler Steuerberater Würde die Streuern abführen. Das Herr Messi die Steuern nicht bezahlt hatte war Vorsatz und daher strafbar. Im Knast haben die Herren die Möglichkeit ihre Memoiren zu schreiben.
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