Rassismusvorwürfe H&M-Läden in Südafrika nach Protesten geschlossen

Die Kritik an einer umstrittenen Werbekampagne von H&M verschärft sich. An mehreren Orten in Südafrika attackierten Demonstranten Filialen der schwedischen Modekette. Teils soll es Verwüstungen gegeben haben.


Nach Demonstrationen gegen H&M in Südafrika hat die Modekette all ihre Läden in dem Land vorübergehend geschlossen. Demonstranten protestierten am Samstag vor etlichen H&M-Läden und drangen teilweise in sie ein.

Insgesamt wurden bei den Protesten der linken Gruppierung Economic Freedom Fighters (EFF) in der Provinz Gauteng, zu der das Wirtschaftszentrum Johannesburg zählt, sechs Läden attackiert. In einem Fall feuerten Offiziere Gummigeschosse ab, um die Demonstranten auseinanderzutreiben, wie die Polizei mitteilte.

"Die Zeit der Entschuldigung für Rassismus ist vorbei", sagte EFF-Sprecher Mbuyiseni Ndlozi. "Es muss Konsequenzen für Rassismus geben, Punkt." H&M sei ein "rassistischer" Laden, sagte Benjamin Disoloane von der Partei der Ökonomischen Freiheitskämpfer (EFF) der Nachrichtenseite News24.

Das schwedische Unternehmen hatte für einen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Coolster Affe im Dschungel" einen dunkelhäutigen Jungen modeln lassen und vergangene Woche dafür scharfe Kritik geerntet. Der kanadische Sänger The Weeknd kündigte darauf seine Zusammenarbeit mit H&M auf. Das Unternehmen hatte sich entschuldigt und das Bild zurückgezogen. H&M glaube stark daran, dass Rassismus und Vorurteile, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, inakzeptabel seien, erklärte die Modekette am Samstag.

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Bei den Demonstrationen am Samstag seien keine Kunden oder Mitarbeiter verletzt worden, teilte H&M mit. Die Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden gehe aber vor, daher seien die Läden vorübergehend geschlossen worden. Sobald es wieder sicher sei, würden sie geöffnet werden.

Teilweise seien bei den Protesten Gegenstände in den Läden gestohlen worden, teilte die Polizei auf Twitter mit. In einem Video des Nachrichtensenders eNCA waren umgeworfene Schaufensterpuppen und Kleiderständer, kaputte Spiegel und am Boden liegende Kleidungsstücke in einem Laden zu sehen. Auch auf einem Foto der Nachrichtenagentur Reuters ist ein verwüsteter Laden zu sehen.

H&M-Laden in Sandton, Südafrika, nach Protesten (Aufnahme vom 13. Januar)
REUTERS

H&M-Laden in Sandton, Südafrika, nach Protesten (Aufnahme vom 13. Januar)

yes/dpa/Reuters

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