Höchstes Niveau seit Finanzkrise US-Notenbank hebt Leitzins an

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins erneut angehoben. Höher lag er zuletzt im Herbst 2008. Es werden weitere Zinserhöhungen in vier Schritten erwartet.

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Die US-Notenbank strafft die Zügel immer weiter. Der Leitzins stieg am Mittwoch auf die neue Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent - höher lag er zuletzt vor dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im Herbst 2008. Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Dies ist die siebte Leitzinsanhebung seit der Zinswende im Dezember 2015.

Zuletzt hatte es vor zehn Jahren und damit noch vor dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise eine Zwei vor dem Komma gegeben. An den Finanzmärkten war die Anhebung nach entsprechenden Signalen von Fed-Führungsmitgliedern erwartet worden.

Zeitgleich zu der Zinserhöhung hat die US-Notenbank weitere Anhebungen in Aussicht gestellt. Die Wirtschaft dürfte angesichts der wirtschaftlichen Erholung weitere "graduelle Leitzinsanhebungen" benötigen, heißt es in einem Kommentar zur jüngsten Zinsanhebung. Jüngste Daten signalisierten eine anhaltende Verbesserung am Arbeitsmarkt und ein solides Wirtschaftswachstum.

Zinserhöhungen in vier Schritten

Wie aus neuen Zinsprognosen der Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses hervorgeht, werden in diesem Jahr insgesamt vier Zinsanhebungen erwartet - und damit eine Zinserhöhung mehr als noch im März. Bisher waren nur drei Zinsschritte signalisiert worden.

Die Notenbank hatte bereits im März den ersten Schritt nach oben in diesem Jahr gewagt. In ihrem Ausblick signalisierten die Währungshüter nun, 2018 noch zwei Mal nachlegen zu wollen. Sie reagieren damit auf den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung in den , der durch die radikale Steuerreform von Präsident Donald Trump USA zusätzlich befeuert werden könnte.

US-Kurs konnte zulegen

Die Prognosen der Notenbanker für das Wirtschaftswachstum fallen für das laufende Jahr etwas besser aus, während die Notenbanker ihre Projektionen für die Jahre 2019 und 2020 unverändert beließen.

Die Aussichten für den bereits auf Vollbeschäftigung zulaufenden Arbeitsmarkt werden noch günstiger eingeschätzt. Auch die Prognosen für die Inflationsentwicklung wurden für die Jahre 2018 und 2019 angehoben.

Nach den geldpolitischen Beschlüssen konnte der Kurs des US-Dollar zulegen. Im Gegenzug musste der Euro seine Gewinne abgeben, rutschte in die Verlustzone und erreichte ein Tagestief bei 1,1726 Dollar. Zeitgleich gerieten die Kurse am Markt für amerikanische Staatsanleihen unter Druck, während die Renditen im Gegenzug zulegten. Die Rendite für zehnjährige Papiere stieg zuletzt um 0,04 Prozentpunkte auf 3,00 Prozent.

lie/dpa/Reuters



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
ae1 13.06.2018
1. Nein.
Das kann nicht wahr sein. Wirtschaftswachstum, sinkende Arbeitslosigkeit, gute Aussichten. Das ist nicht nach dem Geschmack der europäischen Journalisten. Wenn es nach denen geht, müssten die USA wegen Trump verelenden.
rigoh 13.06.2018
2. 2 Jahre
Geduld,dieser Erfolg ist kurzfristig. In 2 Jahren wird abgerechnet.
Andraax 13.06.2018
3.
Zitat von ae1Das kann nicht wahr sein. Wirtschaftswachstum, sinkende Arbeitslosigkeit, gute Aussichten. Das ist nicht nach dem Geschmack der europäischen Journalisten. Wenn es nach denen geht, müssten die USA wegen Trump verelenden.
So toll wie Sie glauben ist diese Entwicklung der Leitzinsen für die US-Wirtschaft gar nicht. Aber baden Sie sich ruhig in Ihrem Hass gegen unabhängige Journalisten, damit Sie länger an Ihren Heiland glauben können.
fatal.justice 13.06.2018
4. Auch...
Zitat von ae1Das kann nicht wahr sein. Wirtschaftswachstum, sinkende Arbeitslosigkeit, gute Aussichten. Das ist nicht nach dem Geschmack der europäischen Journalisten. Wenn es nach denen geht, müssten die USA wegen Trump verelenden.
... Sie verstehen es nicht. Geben Sie mir Bescheid, wenn die Trailer-Parks geschlossen wurden und jeder US-Amerikaner eine angemessene Gesundheitsversorgung genießt. Freue mich auf Ihre Issue-solved-Meldung. Good luck!
mel_low 13.06.2018
5. Unverständlich und nachvollziehbar willkürlich
Was das bedeutet, verstehen vermutlich nicht einmal 5% der Menschen in Deutschland. Müssten sie vermutlich auch nicht. Dass hier die ganze dollarbasierte Welt von betroffen wäre, wenn der Leitzins willkürlich durch die Gegend geschoben wird, sehen alle dann, wenn Kapitalanlagen Ping Pong spielen. Ich bin gespannt...
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