Rente und Pflege Spahn fordert höhere Sozialabgaben für Kinderlose

Eltern tragen mehrfach zum Rentensystem bei: Durch eigene Beiträge - und durch ihre Kinder, die Beitragszahler der Zukunft. Kinderlose sollten deshalb mehr zahlen, findet CDU-Nachwuchshoffnung Jens Spahn.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU)


Kinderlose sollten nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) merklich mehr in die Pflege- und Rentenversicherung einzahlen als Eltern. Dies sei eine Gerechtigkeitsfrage, schreibt Spahn in einem Gastbeitrag für die "Südwestpresse" und die "Märkische Oderzeitung". "Im Umlagesystem bekommen die Alten das Geld von den Jungen - auch, wenn es die Kinder nur der anderen sind." Er sage dies bewusst als "selbst Kinderloser, der bereit ist, finanziell mehr zur Zukunftsfähigkeit des Systems beizutragen".

Derzeit liegt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung für Kinderlose bereits um 0,25 Prozentpunkte höher als für Versicherte mit Kindern. Dieses Grundprinzip sei richtig und vorbildlich, sagte der Bewerber um den CDU-Vorsitz. Doch müssten die Dinge jetzt generationengerecht gestaltet werden, "sonst werden die immer weniger Jungen des übernächsten Jahrzehnts Wege finden, ihre finanzielle Überlastung abzuschütteln oder zu umgehen".

Beitragszahler der Zukunft

Hintergrund ist die Funktionsweise des Umlagesystems der deutschen Sozialversicherung: Zwar erwirbt jeder gesetzlich Rentenversicherte durch Einzahlungen Ansprüche auf zukünftige Rentenzahlungen. Seine Beiträge werden aber nicht gespart, sondern zur Finanzierung der Renten der heutigen Rentnergeneration genutzt. Die Renten zukünftiger Rentner müssen von den zukünftig Erwerbstätigen erwirtschaftet werden - wegen seit Jahrzehnten niedrigen Geburtenraten werden das aber in der Tendenz immer weniger.

Was können wir uns im Alter noch leisten?

Rentenversicherte Eltern von Kindern leisten in dieser Logik deshalb auf zwei Weisen einen Beitrag zum Umlagesystem: Zum einen zahlen sie - wie alle anderen Rentenversicherten - Beiträge. Ihre Kinder wiederum sind die künftigen Beitragszahler.

Der Koalitionspartner SPD ist von Spahns Vorstoß allerdings nicht angetan. Das sei eine "mehr als schräge Idee", so Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Besser sei es, Gutverdiener stärker zur Kasse zu bitten.

Der Bundestag will am Freitag das von der Großen Koalition geplante Milliardenpaket gegen die Personalnot in der Pflege beschließen. Mit den Plänen will Spahn für mehr Stellen und bessere Arbeitsbedingungen sorgen. So sollen in der Altenpflege 13.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

beb/dpa

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Apfelkomplott 09.11.2018
1. Spahn - wie gewohnt unsympathisch
Kinder aufzuziehen ist bekanntlich recht teuer. Würde er sich doch dafür einsetzen, Kinder in die Welt zu setzen erschwinglicher zu machen, müsste er nicht solche populistischen Ideen kolportieren. Wie üblich wird hier das Pferd von hinten aufgezäumt. Typisch CDU, an den wahren Bedürfnissen vorbei gedacht.
captflat 09.11.2018
2.
Und was passiert wenn die Kinder auswandern? Oder Sozialpädagogik auf Lehramt studieren? Müssen die Eltern dann die Zusatzbeiträge nachzahlen? Wenn schon gerecht dann richtig.
Stefan Mayer 09.11.2018
3. Vernünftig!
Dieser Vorschlag ist durchaus vernünftig und behebt ein lange ignoriertes Problem unseres Sozialsystems. Ist zu hoffen, dass in Deutschland endlich wieder jemand aufmacht Zukunft zu gestalten und nicht nur abwartet, was wohl passiert. Hoffen wir, dass es nicht nur heiße Luft ist.
spon-41d-frm9 09.11.2018
4. Wárum?
Ich zahle schon höhere Abgaben, muss einen kinderlosen Beitrag bei der Krankenkasse leisten, das heißt, ich zahle schon für einige Kinder mit. Dazu spende ich für eine Kindertafel jährlich einen nicht unerheblichen Betrag, weil es Eltern geben soll die ihre Kinder ohne Frühstück aus dem Haus schicken. Zudem entstehen durch mich dem Staat keine zusätzlichen Kosten wie Kindergeld, Elterngeld, Kitaplatz, und später womöglich Arbeitslosengeld (denn so wie die Plagen heute erzogen werden bleiben sie wohl lebenslang dem Staat auf der Tasche liegen) und was weiß ich was man mit Kind sonst noch alles in den Rachen geschoben bekommt. Im Grunde spart der Staat sowie so schon Millionen ein, an mir als selbständiger Singlefrau, die nie krank ist. Außerdem, Herr Spahn, ich bin nicht freiwillig kinderlos geblieben, das sollten Sie in Ihre absurde Rechnung mit einbeziehen.
hersp58 09.11.2018
5. blühender Unsinn
RV und SV werden auch heute schon durch Steuermittel subventioniert. Eine Festschreibung der Renten auf 48% und Beiträgen von unter 20% soll gerade beschlossen werden. Dafür wird eine Ausweitung der Mischfinanzierung durch Steuermittel notwendig, auch wenn Gröhe als Mitglied der Rentenkommission noch das Gegenteil beteuert. In unserem Steuersystem werden Kinderlose aber jetzt schon stärker besteuert als Familien. Sie zahlen dadurch mehr in die Rentenkasse als andere.
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