Wachstum Wirtschaftsweise senken Prognosen kräftig

Zölle, Brexit, Sanktionen - die Probleme im Außenhandel treffen die deutsche Wirtschaft stärker als gedacht. Nach einer Schätzung der Wirtschaftsweisen wird das Wachstum deutlich niedriger ausfallen.

Baustelle in München
DPA

Baustelle in München


Brexit und internationale Handelsstreitigkeiten machen der Wirtschaft schwer zu schaffen. Für die Wirtschaftsweisen Grund genug, ihre Prognose für das Wachstum in diesem Jahr drastisch zu senken. Das Bruttoinlandsprodukt werde nur noch um 1,6 Prozent und 2019 nur noch um 1,5 Prozent wachsen, meldeten die Neue Berliner Redaktionsgesellschaft und die "FAZ" übereinstimmend.

Ursprünglich war der Sachverständigenrat, der Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch sein Gutachten übergibt, von 2,3 und 1,8 Prozent ausgegangen. Im September hatten die Gelehrten die Prognose jedoch schon einmal auf 1,7 beziehungsweise 1,9 Prozent gesenkt. Das fünfköpfige Gremium wäre damit pessimistischer als die Bundesregierung, die für beide Jahre 1,8 Prozent voraussagt.

Als Grund für das nachlassende Wachstum werden den Berichten zufolge ungünstigere außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen genannt, darunter Befürchtungen über einen Handelsstreit mit den USA und einen ungeordneten EU-Ausstieg Großbritanniens.

Kein Handelskrieg

"Die deutsche Volkswirtschaft steht vor großen Herausforderungen", warnen die Ökonomen laut "FAZ". Auf internationaler Ebene sei dies vor allem die ungewisse Zukunft der multilateralen globalen Wirtschaftsordnung. Die Situation sei jedoch bislang nicht mit einem Handelskrieg wie in den Zwanziger- und Dreißigerjahren zu vergleichen. Auf nationaler Ebene stelle der demografische Wandel die größte Herausforderung dar. Es bedürfe einer allmählichen Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters.

Der Sachverständigenrat empfiehlt der Bundesregierung zudem, den Solidaritätszuschlag ganz abzuschaffen. Die gewählte Form der Entlastung über eine Freigrenze sei "ausgesprochen anreizfeindlich", heißt es laut "FAZ" in dem Gutachten. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wurde 1963 per Gesetz eingerichtet, um die Politik zu beraten. Vorsitzender ist der Ökonom Christoph Schmidt. Dem Gremium gehören außerdem Peter Bofinger, Lars Feld, Isabel Schnabel und Volker Wieland an.

mik/Reuters



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