Initiative Tierwohl Große Lebensmittelhändler einigen sich auf Haltungs-Kennzeichnung

In vier Stufen sollen Verbraucher über die Haltungsbedingungen von Schlachttieren informiert werden: Lebensmittelhändler wie Edeka, Rewe, Aldi und Lidl haben sich auf ein einheitliches System geeinigt.

Hühner in Massentierhaltung
REUTERS

Hühner in Massentierhaltung


Die großen deutschen Lebensmittelhändler wollen ein einheitliches System zur Haltungskennzeichnung bei Rinder- und Schweinefleisch sowie Geflügel einführen.

Damit sollen sich die Verbraucher in Deutschland beim Fleischkauf künftig einfacher über die Haltungsbedingungen der Schlachttiere informieren können. Ab dem 1. April soll das System schrittweise eingeführt werden - zunächst bei verpackten Produkten. Das kündigte die Initiative Tierwohl (ITW) an, die vom Lebensmitteleinzelhandel finanziert wird.

Viele Handelsketten hatten in den vergangenen Monaten bereits mit der Einführung eigener Kennzeichnungssysteme in Sachen Tierhaltung begonnen. Doch dies war für Verbraucher wegen der Uneinheitlichkeit der Kennzeichnung teilweise verwirrend.

Vierstufiges System

Das nun von der ITW entwickelte System besteht aus vier Stufen.

  • Die erste Stufe "Stallhaltung" entspricht lediglich den gesetzlichen Anforderungen.
  • Fleisch, das mit der Stufe 2 "Stallhaltung plus" gekennzeichnet ist, sichert den Tieren unter anderem mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial.
  • Stufe 3 "Außenklima" garantiert den Tieren noch mehr Platz und Frischluftkontakt.
  • Bei Stufe 4 "Premium" haben die Tiere außerdem Auslaufmöglichkeiten im Freien, auch Biofleisch wird in diese Stufe eingeordnet.

Zu finden sei die Kennzeichnung künftig bei Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount, Penny und Rewe, hieß es. Das System sei so konzipiert, dass es grundsätzlich mit der geplanten staatlichen Tierwohl-Kennzeichnung vereinbar sei.

brt/dpa



insgesamt 23 Beiträge
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Gleichstrom 11.01.2019
1.
... bleibt zu hoffen, daß die so oft selbst diagnostizierte Tierliebe die Stufen 1, 2 und 3 zu unverkäuflichen Ladenhütern macht, die man für die Handvoll gefühlloser Geizhälse garnicht mehr in die Regale zu stellen braucht... So wie jeder humanistische Kannibale auch nur Menschen ißt, die ein glückliches Leben geführt haben und unvorbereitet ohne Streß aus dem Leben ge ... Moment ... hier stimmt was nicht, oder?
sailor60 11.01.2019
2. Wer stellt die Zertifikate dafür aus
und wer führt die notwendigen Kontrollen durch?
jk1! 11.01.2019
3. Die Irreführung geht auf höherem Niveau weiter
Einfach mal die letzte Folge "Die Anstalt" im ZDF googlen und schon wird man sehen, wie wir alle mit den Bezeichnungen hinter das Licht geführt werden. Von wegen verbotene Käfighaltung bei Hühnern o.ä. Ich würde dafür plädieren das nur Fotos aus den Ställen und keine schönen Etiketten mehr auf den Verpackungen aufgedruckt sind.
swarf 11.01.2019
4. Was ist das denn schon wieder?
Warum gibt es für BIO-Fleisch nicht eine eigene Kategorie?
danger666man 11.01.2019
5. Ein wichtiger erster Schritt
...als nächster Schritt empfiehlt es sich genauer mit den jeweiligen Haltung auseinander zu setzen. Immerhin ist die unbetäubte Kastration bei Schweinen wieder um 2 Jahre verlängert worden. Und will man ein 6-8monatiges Mast-Leben im Vergleich zu 10-15Jahren natürlicher Lebenszeit gutheißen (ca. 5 Jahre im Vgl. zum Menschenleben)? Vielleicht ist weniger oder kein Fleisch essen doch keine soooo schlechte Idee? Wer sich traut hinzuschauen statt "blind" den Mund aufzumachen darf gerne auch hier vorbeischauen www.watchdominion.com.
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