Tennis Angelique Kerber zieht problemlos ins Wimbledon-Endspiel ein

Kommt es zu einem deutschen Finale beim Tennisturnier von Wimbledon? Angelique Kerber ist ohne Probleme ins Endspiel eingezogen, Julia Görges könnte ihr folgen.

Angelique Kerber
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Angelique Kerber


Angelique Kerber hat das Finale von Wimbledon erreicht. Die 30-Jährige setzte sich im Halbfinale des prestigeträchtigen Grand-Slam-Turniers in London gegen Jelena Ostapenko in 1:07 Stunden 6:3, 6:3 durch und hat nun die Chance auf ihren dritten Grand-Slam-Titel nach den zwei Triumphen 2016 bei den Australian und den US Open.

In Wimbledon steht Kerber bereits zum zweiten Mal im Endspiel: Ebenfalls 2016 war sie erst im Finale an Serena Williams gescheitert. In diesem Jahr könnte es zu einer Neuauflage dieses Duells kommen - im zweiten Halbfinale spielt die US-Amerikanerin gegen die Deutsche Julia Görges (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

"Es ist so ein großartiges Gefühl, wieder im Finale zu sein. Ich bin wirklich begeistert. Ich bin glücklich, dass ich es geschafft habe", sagte Kerber bei Sky. "Ich bin wirklich glücklich und stolz, dass ich wieder in einem Grand-Slam-Finale bin. Dafür habe ich seit der Kindheit gearbeitet."

Ostapenkos viele Fehler

Sollte sich Görges gegen Williams durchsetzen, käme es zum ersten deutschen Finale in Wimbledon seit 87 Jahren: 1931 hatten sich Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel duelliert - mit dem besseren Ende für Aussem. Bei den Männern hatte Michael Stich im bislang letzten Endspiel mit ausschließlich deutscher Beteiligung 1991 Boris Becker bezwungen.

Ostapenkos Taktik war von Beginn an Attacke. Im ersten Satz schien es, als ob nur die 21 Jahre alte Lettin entscheide, wer den Punkt bekommt - im positiven wie im negativen Sinne: Einfache Fehler wechselten sich mit Vorhand-Winnern ab. Kerber war in der Defensive, leistete sich aber deutlich weniger Unforced Errors.

Das war dann auch der Grund dafür, dass Kerber nach 31 Minuten den ersten Satz für sich entschied. Zuvor hatte sie eine Breakchance Ostapenkos mit einem Ass abgewehrt und sich im direkten Gegenzug den Vorsprung gesichert. Der Satzball war dann symptomatisch für den Auftritt Ostapenkos: Die Lettin leistete sich einen Doppelfehler.

Im zweiten Satz zeigte sich Ostapenko beeindruckt und fahrig. Kerber gelangen zwei Breaks zur 5:1-Führung, Ostapenko nahm Kerber ebenfalls ein Aufschlagspiel ab und wehrte auch einen Matchball ab, doch den Sieg der Deutschen konnte sie nicht mehr verhindern.

bka



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
nichtegal 12.07.2018
1. Gratulation!
Tolle mentale Leistung von Frau Kerber! Ich freue mich sehr für sie, dass sie zeigt, dass 2016 kein Zufall war. Was für ein schönes Jahr 2018! Glückwunsch für die tolle Leistung bis hierhin! Alles weitere wäre nur Bonus...
jean-baptiste-perrier 12.07.2018
2. Es wird eine Schlacht!
nichtegal hat geschrieben: "Glückwunsch für die Leistung bis hierhin! Alles weitere wäre nur Bonus..." ------------- Zitat Ende ------------- Aus unserer Perspektive als Zuschauer haben Sie natürlich recht. Wir haben keine Ansprüche zu stellen! Doch Kerber wird hoffentlich nicht mit dieser Einstellung ins Endspiel gehen, denn damit geht man gegen Serena unter. Das hat man ja an Julia Görges gesehen, die vor Ehrfurcht erstarrt ist. Dass man auf Pressekonferenzen aus Höflichkeit sagt, dass es eine große Ehre ist, gegen Serena Williams im Halbfinale spielen zu dürfen, ist eine Sache. Bloß das darf nicht der ernsthafte Gedanke beim Betreten des Platzes sein. Serenas langjähriger Erfolg beruht nicht allein auf ihren technischen Fähigkeiten. Da gab und gibt es ähnlich Talentierte (z.B. ihre Schwester Venus). Es ist Serenas unbändiger Wille. Sie will ihre Gegnerinnen zermalmen. Das galt eben häufig auch gegen ihre Schwester Venus. Serena hat auch keine Hemmungen einer Gegnerin eine Brille zu verpassen, wie z.B. vor Jahren das 6:0 6:0 gegen Carla Suarez-Navarro in einem Viertelfinale (!) der US Open. Und so muss Kerber ihrerseits gegen Serena in einen Kampf ziehen und ihr im übertragenen Sinn mit dem Messer zwischen den Zähnen mit aller Gewalt und Willen den Stecker ziehen. Das Kerber das kann, hat sie 2016 im Australian Open Finale schon bewiesen!
jean-baptiste-perrier 12.07.2018
3. Gutes Wetter!
Hoffentlich regnet es am Samstag während des Endspiels nicht! Das war letztes Jahr unerträglich mit dem geschlossenen Dach beim Titelgewinn von Muguruza. War das Wimbledon? Eher ein Hallenturnier. Die Akustik war besonders nervig. Und dann war bei Venus Williams ab Beginn des zweiten Satzes der Akku schon komplett leer. Gut, in dem Punkt darf Serena ihrer großen Schwester gerne nacheifern. Wie auch immer. Hauptsache Sonnenschein!
nichtegal 12.07.2018
4. davon gehe ich mal aus!
Um den Erwartungsdruck zu mindern, wäre alles weitere ein Bonus... Dass aber Frau Kerber nicht mit der Einstellung in das Match am Samstag geht, davon gehe ich aus! Aber die Niedermache in der Vergangenheit durch einige Foristen und Berichterstatter bei Niederlagen klingen mir noch im Ohr. Daher die Betonung, dass das Geleistete einfach grandios ist! Viel Spaß am Samstag! ... und Daumen drücken! Die Fähigkeiten für einen Sieg hat sie!
briancornway 12.07.2018
5. Seher
Zitat von jean-baptiste-perriernichtegal hat geschrieben: "Glückwunsch für die Leistung bis hierhin! Alles weitere wäre nur Bonus..." ------------- Zitat Ende ------------- Aus unserer Perspektive als Zuschauer haben Sie natürlich recht. Wir haben keine Ansprüche zu stellen! Doch Kerber wird hoffentlich nicht mit dieser Einstellung ins Endspiel gehen, denn damit geht man gegen Serena unter. Das hat man ja an Julia Görges gesehen, die vor Ehrfurcht erstarrt ist. Dass man auf Pressekonferenzen aus Höflichkeit sagt, dass es eine große Ehre ist, gegen Serena Williams im Halbfinale spielen zu dürfen, ist eine Sache. Bloß das darf nicht der ernsthafte Gedanke beim Betreten des Platzes sein. Serenas langjähriger Erfolg beruht nicht allein auf ihren technischen Fähigkeiten. Da gab und gibt es ähnlich Talentierte (z.B. ihre Schwester Venus). Es ist Serenas unbändiger Wille. Sie will ihre Gegnerinnen zermalmen. Das galt eben häufig auch gegen ihre Schwester Venus. Serena hat auch keine Hemmungen einer Gegnerin eine Brille zu verpassen, wie z.B. vor Jahren das 6:0 6:0 gegen Carla Suarez-Navarro in einem Viertelfinale (!) der US Open. Und so muss Kerber ihrerseits gegen Serena in einen Kampf ziehen und ihr im übertragenen Sinn mit dem Messer zwischen den Zähnen mit aller Gewalt und Willen den Stecker ziehen. Das Kerber das kann, hat sie 2016 im Australian Open Finale schon bewiesen!
Sie hat es ja auch nur auf der Pressekonferenz gesagt, so wie sich das gehört. Was sie beim Betreten des Platzes gedacht hat, können Sie nicht ernsthaft zu wissen glauben. Viel Glück, Frau Kerber.
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