Leipzigs Niederlage gegen Besiktas Ein Spiel wie eine ganze Saison

RB Leipzig kann begeisternden Fußball spielen, das hat das Team in dieser Saison oft bewiesen. Doch in der Champions League wurden die vielen Fehler hart bestraft. Durch das Aus ist der Plan des Klubs in Gefahr.

Von Fabian Held, Leipzig


Ralph Hasenhüttl fasste mit einem Satz nicht nur das letzte Gruppenspiel seiner Leipziger zusammen, sondern gleich die gesamte erste Champions-League-Saison: "Am Willen und fußballerischem Vermögen hat es nicht gemangelt", sagte er nach dem 1:2 gegen Besiktas.

RB hat allemal das Potenzial, solche Gegner zu besiegen. Doch der Bundesligist scheiterte zu oft an sich selbst, so auch am Mittwochabend in Leipzig.

22 Mal hatte Hasenhüttls Mannschaft aufs gegnerische Tor geschossen, kam aber nur zu einem Treffer durch Naby Keita - und der entstand durch eine Einzelaktion (87. Minute). Immer wieder leiteten die Leipziger ihre Angriffe gut ein, nur um anschließend teils hanebüchene Fehler zu machen und die Chancen nicht zu nutzen. In der Abwehr agierte Leipzig gegen eine Istanbuler B-Elf oft vogelwild. Mit einfachen, klaren Kontern rissen die Gäste vom Bosporus die RB-Defensive auseinander.

Cleverness und Erfahrung gehören bis jetzt nicht zu den großen Stärken der Mannschaft. Vor allem bei den Auswärtsspielen in Istanbul und Porto erwies sich die Mannschaft als zu leichtsinnig, was ein Weiterkommen letztendlich verhinderte.

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Champions League: Kein Wunder

Hätte RB Leipzig nicht 1:3 in Porto verloren, wäre das erste Gruppenspiel gegen Monaco nicht 1:1 ausgegangen, dann würde RB jetzt vermutlich im Achtelfinale der Champions League stehen. Doch es blieb beim Konjunktiv. Leipzig wurde Dritter und ist nun für die Zwischenrunde der Europa League qualifiziert.

Die Enttäuschung war der Mannschaft nach Abpfiff durchaus anzumerken, als sie in Richtung der halbleeren Fankurve schlurfte. Von dort schallte ihr ein zaghaftes "Europapokal, Leipzig international" entgegen. Die Leipziger hatten sich intern als Ziel gesetzt, auch im kommenden Jahr noch international vertreten zu sein. Sie sind somit im Soll. "Die Europa League ist ein richtig guter Entwicklungsschritt für uns", sagte Torwart Peter Gulasci. Es klang eher pflichtbewusst als begeistert.

Überhaupt betonten Spieler und Trainer immer wieder den "Lerneffekt". Dafür soll es in der Europa League möglichst weit gehen. Eines steht jetzt schon fest: In der Zwischenrunde, die Mitte Februar ausgespielt wird, kann es nicht zum Duell gegen Red Bull Salzburg kommen. Mit sieben Punkten und dem besseren Torverhältnis zählt Leipzig zu den vier besten Gruppendritten und ist bei der Auslosung gesetzt. Ebenso wie Salzburg, das als Erster die Gruppenphase der Europa League beenden wird.

Einen Werner zu halten, wird schwierig

Neben einigem an Erfahrung blieben für die Leipziger noch ein paar weitere Erkenntnisse. "Wir sind mit der Dreifachbelastung gut umgegangen. Das war vor der Saison die große Frage", sagte Hasenhüttl. "Das wir in der Liga trotz der Belastung so weit vorne sind, war nicht zu erwarten."

Als Tabellenzweiter mit sechs Punkten Rückstand auf die Bayern steht Leipzig in der Bundesliga weiter gut da. Die erneute Qualifikation ist nun das große Ziel. "Das hat Spaß gemacht. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein", sagte Nationalspieler Marcel Halstenberg.

Dafür muss Leipzig den zweifelsohne extrem talentierten Kader zusammenhalten und noch weiter ausbauen. Das Geld, das es in den K.-o.-Runden gegeben hätte, wäre da durchaus hilfreich gewesen. Durch Uefa-Prämien und Anteilen am TV-Topf wäre Leipzig das Achtelfinale mit rund elf Millionen Euro vergoldet worden.

RB hätte dieses Geld auch deshalb durchaus gutgetan, weil sich der Klub an die Regeln des Financial Fairplay halten muss. "Das schränkt uns in unseren Handlungsspielräumen enorm ein", hatte Sportdirektor und Chefplaner Ralf Rangnick jüngst gesagt. Zur Bemessung werden die vergangenen fünf Jahre herangezogen. Da spielte Leipzig noch in Liga zwei und drei. Entsprechend stark war die Abhängigkeit von Sponsor Red Bull. Um aber Verträge mit Leistungsträgern wie Marcel Sabitzer und Timo Werner zu verlängern, wird Leipzig viel Geld zahlen müssen. Das wird nun deutlich schwieriger.



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hl007 07.12.2017
1. Schwacher Auftritt des Vizemeisters
Wenn der deutsche Vizemeister in einer der leichtesten Gruppen der diesjährigen CL-Vorrunde scheitert, dann ist das bezeichnend für die Qualität des deutschen Vereinsfußballs und des Leipziger Projektes! Was ist nicht alles über Leverkusen in den vergangenen Jahren geschrieben worden, aber in dieser Gruppe wären sie weitergekommen. Aber die Ausreden gehen ja nicht aus! Alter, Erfahrung und die erste Teilnahme am Wettbewerb, das haben die Leipziger Verantwortlichen bereits vor dem Ausscheiden als Entschuldiungsgründe angeführt, falls das Projekt die Gruppenphase nicht überstehen sollte. Alles faule Ausreden. Spielerische Qualität ist in er Mannschaft halt nur beschränkt vorhanden (Keita., Forsberg und mit Abstrichen Werner). Bezeichnend gestern Abend, die gelb-rote Karte für den Leipziger Spieler. Das hatte nichts mit fehlender Erfahrung zu tun, sondern mit fehlender Klasse, wenn ein ansonsten kaum gefoderter Defensivspieler zwei solche Aussetzer hat. Und es komme mir keiner damt, dass ich das Projekt des östereichischen Brauseherstellers nicht leiden kann! Dieses Abschneiden ist nur ein Beleg dafür, dass der deutsche Vereinsfußball im "Eventsport" Soccer nur noch Mittelmaß darstellt. Wobei die Bayern -noch- die einzige Ausnahme darstellen! Man schaue nur in die Euro-League, wo Hoppelheim und Hertha an so furchteinflössenden Mannschaften wie Rasgard und Östersund kläglich gescheitert sind.
Svenner80 07.12.2017
2. Ordentlich. Nicht mehr, nicht weniger
Zitat von hl007Wenn der deutsche Vizemeister in einer der leichtesten Gruppen der diesjährigen CL-Vorrunde scheitert, dann ist das bezeichnend für die Qualität des deutschen Vereinsfußballs und des Leipziger Projektes! Was ist nicht alles über Leverkusen in den vergangenen Jahren geschrieben worden, aber in dieser Gruppe wären sie weitergekommen. Aber die Ausreden gehen ja nicht aus! Alter, Erfahrung und die erste Teilnahme am Wettbewerb, das haben die Leipziger Verantwortlichen bereits vor dem Ausscheiden als Entschuldiungsgründe angeführt, falls das Projekt die Gruppenphase nicht überstehen sollte. Alles faule Ausreden. Spielerische Qualität ist in er Mannschaft halt nur beschränkt vorhanden (Keita., Forsberg und mit Abstrichen Werner). Bezeichnend gestern Abend, die gelb-rote Karte für den Leipziger Spieler. Das hatte nichts mit fehlender Erfahrung zu tun, sondern mit fehlender Klasse, wenn ein ansonsten kaum gefoderter Defensivspieler zwei solche Aussetzer hat. Und es komme mir keiner damt, dass ich das Projekt des östereichischen Brauseherstellers nicht leiden kann! Dieses Abschneiden ist nur ein Beleg dafür, dass der deutsche Vereinsfußball im "Eventsport" Soccer nur noch Mittelmaß darstellt. Wobei die Bayern -noch- die einzige Ausnahme darstellen! Man schaue nur in die Euro-League, wo Hoppelheim und Hertha an so furchteinflössenden Mannschaften wie Rasgard und Östersund kläglich gescheitert sind.
Eine der leichtesten Gruppen ^^ ... mit dem Vorjahreshalbfinalisten (der kläglich scheiterte). Die schwerste Gruppe war es sicher nicht, jeder konnte jeden schlagen aber das bedeutet eben auch genau das. Wo ich mit Ihnen mitgehe, ist, dass sich die Bundesliga langsam ernsthaft Gedanken machen muss. Fehlt es am Geld? Ist die Konzentration auf das ewig "Gegenpressing" und hektische Rumgerenne das Problem, weil Buli-Mannschaften dadurch ihr spielerisches Potential nicht ausreichend schärfen? RBs Auftritt war ordentlich. Gegen jeden Gruppengegner hat man in wenigstens einem Spiel gezeigt, dass man ihn schlagen kann (und hat es bis auf Istanbul auch geschafft). Gestern kann man was von fehlender internationaler Erfahrung reden, aber vielleicht hat man auch einfach Pech gehabt. Die Chancen auf ein eigenes 2:1 waren da. So ganz genau weiß das eh niemand - ist die Truppe noch zu jung, zu unerfahren oder hatte sie einfach nur Pech? Wie auch immer, 2 Siege gab es, sicherer 3. Platz, das ist Note 3. Nicht mehr, nicht weniger.
leuscheljunior 07.12.2017
3. Hasenhüttl hat große Schuld
An der Mannschaft und deren Qualität hat es nicht gelegen. Mit der einseitigen Taktik von Hasenhüttl kann sich Leipzig auf internationaler Bühne nicht durchsetzen. Warum nicht einmal den Gegner beobachten, die Schwächen und Stärken analysieren und das Spiel darauf ausrichten?
wolke:sieben 07.12.2017
4. Respekt RB Leipzig
....ihr habt euch als Neuling in der Champions League sehr gut geschlagen, im Gegenteil zum BVB, ihr habt zwei Siege eingefahren und mit etwas mehr Erfahrung hättet ihr euch wahrscheinlich auch für das Achtelfinale qualifiziert, aber das kommt dann in der nächsten Saison, ich hoffe dass ihr der Euro League noch viel weiter kommt, als es sich einige Fans anderer deutschen Vereine wünschen, die sich über euer baldiges Ausscheiden freuen würden, oder nicht ihr BVB Fans ?
spon-facebook-1338657918 07.12.2017
5. Klasse Leistung
Bei aller mit unter auch richtiger Kritik ist Leipzig für mich die Mannschaft die den schönsten Fußball zur Zeit spielt. Allerdings dürfte sich das schlagartig ändern wenn die Leistungsträger wie Werner und Keita den Verein verlassen würden. Ein gutes Beispiel dafür ist Borussia Mönchengladbach, die unter Favre mit Reuss, etc einen Traumfussball spielten. Nachdem der Verein die Leistungsträger verkauft hat, konnte auch Favre nichts mehr machen. Leipzig muss es gelingen den Kader zusammen zu halten. Keita ist für mich dabei wichtiger wie Werner. Wenn Keita nach England gehen würde, wäre dieser Transfer nicht so leicht auszugleichen. Aber Leipzig, ich als Bayern Fan bin begeistert von dem was ihr gespielt habt bisher. Macht weiter so. Der Deutsche Fußball ist mit Euch attraktiver geworden. Ihr habt das Zeug ganz oben Titel zu holen. Aber wie gesagt haltet eure Leute.
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