Dritte Saisonniederlage Leipzig überrennt schwachen FC Bayern

RB Leipzig schlägt den FC Bayern nach Toren von Naby Keita und Timo Werner. Die Münchner zeigen eine ungewohnt schwache Leistung und müssen ihre Meisterfeier womöglich doch in den April verlegen.

Leipzigs Torschütze Timo Werner
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Leipzigs Torschütze Timo Werner


Der FC Bayern München kann doch noch verlieren. Nach 13 ungeschlagenen Spielen in der Bundesliga hat es den souveränen Tabellenführer mal wieder erwischt, bei RB Leipzig setzte es eine 1:2 (1:1)-Niederlage. Die Münchner gingen durch Sandro Wagner in Führung (12. Minute), ließen sich dann aber über weite Strecken den Schneid abkaufen. Für Leipzig trafen Naby Keita (37.) und Timo Werner (56.).

In der Tabelle liegen die Bayern nun 17 Punkte vor dem FC Schalke und können am kommenden Spieltag (31. März) mit einem Sieg gegen Borussia Dortmund nur Deutscher Meister werden, wenn die Schalker im Heimspiel gegen Freiburg nicht gewinnen.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes hatte mit Robert Lewandowski auf seinen wichtigsten Offensivspieler verzichtet, doch seit Wagners Verpflichtung im vergangenen Transferfenster hält sich der Qualitätsverlust im Angriff in Grenzen. Wobei der entscheidende Akteur beim frühen Führungstreffer der Kolumbianer James Rodríguez war, der aus dem Stand eine exzellente Flanke auf Wagner schlug, der Stürmer musste per Kopf nur noch vollenden.

Es sollte allerdings der einzige Torschuss der auf insgesamt sechs Positionen veränderten Bayern-Elf in der ersten Hälfte bleiben. Leipzig musste den angeschlagenen Marcel Sabitzer früh durch Timo Werner ersetzen, doch bis zur Pause spielte nur eine Mannschaft. RB - ebenfalls mit sechs neuen Spielern in der Startelf - war nach dem Viertelfinaleinzug in der Europa League keine Müdigkeit anzumerken, mit hohem Laufpensum kreierte das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl viele gute Angriffe. Insgesamt kamen die Gastgeber auf 13 Torschüsse, Keita traf aus kurzer Distanz nach einem von Niklas Süle geblockten Werner-Schuss.

Auch in der zweiten Hälfte blieb Leipzig das aktivere Team - und die Bayern wirkten ideenlos und produzierten leichte Fehler. Süle köpfte einen langen Ball von Torhüter Péter Gulácsi direkt zu Kevin Kampl, RB schaltete sofort um und Keita bewies einmal mehr mit einem Pass in den Lauf von Werner seine Wichtigkeit für diese Mannschaft. Werner beendete seine torlose Zeit in der Bundesliga mit einem Flachschuss frei vor Sven Ulreich.

Mit der Einwechslung von Franck Ribéry (61.) wurde das Spiel der Gäste zielstrebiger, schon wenige Sekunden später scheiterte Mats Hummels mit einem Schuss aus dem Strafraum an Gulácsi. Als Arturo Vidal einen Kopfball aus kurzer Distanz über das Tor setzte, war klar, dass es für Leipzig dank ihres laufintensiven Spiels eine heikle Schlussphase werden würde. Doch RB stand defensiv erstaunlich sicher und brachte den Sieg über die Zeit.

RB Leipzig - FC Bayern München 2:1 (0:1)
0:1 Wagner (12.)
1:1 Keita (37.)
2:1 Werner (56.)
Leipzig: Gulácsi - Konaté, Ilsanker, Upamecano - Laimer, Kampl, Demme, Bruma - Sabitzer (10. Werner, 83. Jean-Kévin Augustin), Keita (69. Forsberg) - Poulsen.
München: Ulreich - Kimmich (78. Rafinha), Süle, Hummels, Alaba - James (72. Lewandowski), Rudy, Vidal - Müller, Wagner, Bernat (61. Ribéry).
Schiedsrichter: Fritz
Gelbe Karten: Gulácsi, Kampl, Keita - Lewandowski, Ribéry, Rudy, Süle
Zuschauer: 42.558

krä

insgesamt 72 Beiträge
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joeho88 18.03.2018
1. danke ihr Rasenballer
Verdienter und für RB wichtiger Sieg gegen den Primus der Liga. Die Leipziger spielten als wollten sie sagen: schaut her, ihr anderen in der BL, so geht das!
inge-p.1 18.03.2018
2. Arroganz schlägt Spielfreude
Natürlich, mit 17 Punkten Vorsprung kann schon eine gewisse Art von Überheblichkeit Einzug nehmen. Sicherlich wird uns das als Vorbereitung für den UEFA-Cup verkauft. Egal, es war eine sehenswerte Klatsche und die Erkenntnis, dass die Bayern auch nur mit Wasser kochen.
ge1234 18.03.2018
3. Weil's wurscht ist!
Letztendlich verdienter Sieg der stark spielenden Leipziger. Den Bayern wurde ein glasklarer Elfer verweigert; da war von Vergrößerung der Körperoberfläche bis hin zu unnatürliche Hand-/Armbewegung etc. pp. so ziemlich alles erfüllt, was das Regelwerk bzgl. Elfmeterentscheidung zu bieten hat. Allerdings hätte die Videoüberprüfung nebst Entscheidung direkt nach der Situation erfolgen müssen und nicht erst 3 min. später, nachdem das Spiel schon weitergelaufen war. So wirkte es ziemlich albern und war wohl auch der Grund, dass der Schiedsrichter nicht auf Elfmeter entschied.
fccopper 18.03.2018
4. Ach
wie schön.
spon_2937981 18.03.2018
5. Mist
Jetzt leider auch im Falle eines Sieges gegen Dortmund sehr wahrscheinlich keine Meisterfeier im eigenen Stadion gegen den 'Lieblingsgegner'. (Oder glaubt irgendwer, dass Schalke gegen Freiburg zuhause Federn lässt?) Naja, gibt aber auch schlimmeres... ;-)
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