Bundesliga-Noten Götzes Aufstieg, Gomez' Absturz - hier sind die besten Spieler der Hinrunde

Jahrelang galt er als Deutschlands bester Mittelstürmer. Derzeit gehört Mario Gomez jedoch zu den schwächsten Angreifern der Liga. In WM-Form dafür: BVB-Star Mario Götze. Hier ist Teil zwei unserer Hinrunden-SPON11.

Mario Götze
imago/ Laci Perenyi

Mario Götze

Von


Fußball-Bundesliga

Im ersten Teil der SPON11 der Hinrunde verrieten wir, dass sechs Bayern-Profis auf ihren Positionen zum besten gehören, was die Bundesliga in dieser Saison zu bieten hatte - zumindest wenn man rein objektive Daten zugrunde legt. (Falls Sie es verpasst haben sollten: Hier geht's zum ersten Teil. Und hier wird erklärt, wie der SPIX funktioniert.) Mit Sven Ulreich, Mats Hummels, Rafinha, Franck Ribéry und Kingsley Coman sind fünf Bayern genannt worden. Der letzte Münchner ist Arturo Vidal im defensiven Mittelfeld. Das bedeutet, dass Offensivstars wie Robert Lewandowski und Arjen Robben die Top-Plätze verfehlt haben.

Kein Witz: Geht es allein nach den offensivsten Positionen, hat Borussia Dortmund die Nase vorn. Trotz der wochenlang andauernden Krise. Das liegt nicht daran, dass der SPIX-Algorithmus eine Schwäche für den BVB hätte. Dortmund hatte schlicht den besten Angriff der Liga. Aber der Reihe nach.

"Angst jagt er niemandem mehr ein, und wenn, dann nur seiner eigenen Mannschaft", hieß es Ende Oktober bei SPIEGEL ONLINE. Es ging um Arturo Vidal, der, so wirkte es nicht nur auf unseren Autor, in dieser Saison sein Top-Niveau nicht mehr zu erreichen schien. Hatte der "Krieger" seinen Biss verloren?

Die Antwort gab Vidal auf dem Platz. Der 30-Jährige hat gezeigt, dass seine Mischung aus Balleroberer-Qualitäten und Zug zum Tor noch immer eine Wucht entfalten kann, die viele Gegner überfordert. Damit landet Vidal vor Teamkollege Thiago.

Wie hat mein Lieblingsspieler abgeschnitten? Klicken oder wischen Sie sich durch das Ranking.

Kandidaten für den Titel des Aufsteigers der Saison auf dieser Position sind Schalkes Max Meyer (Platz acht im Ranking), der sich unter Trainer Domenico Tedesco neu erfunden hat, und Dominik Kohr, der sich in Leverkusen trotz starker Konkurrenz einen Stammplatz sichern konnte (Platz elf).

Eine Hinrunde zum Vergessen erlebte Julian Weigl, zumindest gemessen an der eigenen Qualität. 26 Sechser werden besser bewertet als der BVB-Spielmacher.


Ginge es nur nach der Position im offensiven Mittelfeld, müsste der BVB nicht als Dritter in die Winterpause gehen, sondern als Tabellenführer. Ganz vorne thront bei den Zehnern Mario Götze, auch Mahmoud Dahoud und Gonzalo Castro haben, wenn sie auf dieser Position eingesetzt wurden, sehr gute SPIX-Werte erreicht. Das ist in der SPIX-Logik begründet.

Hier werden vor allem solche offensive Mittelfeldspieler hoch eingestuft, die an Toren und klaren Chancen beteiligt sind. Sehr wichtig ist gleichzeitig die offensive Mannschaftsleistung. Die war beim BVB fast immer eindrucksvoll, selbst in der Katastrophenphase mit acht sieglosen Ligaspielen. Davon zeugen 39 Hinrundentore - zwei mehr als der FC Bayern.

Auch der dritte Dortmunder in der SPON11 der Hinrunde ist seit einigen Wochen verletzt. Wie die Saison für Ex-Coach Peter Bosz wohl verlaufen wäre, wenn das Team nicht so viele Verletzte zu beklagen gehabt hätte? Maximilian Philipp fiel allerdings erst aus, als die Krise schon da war. Der Sommerzugang darf mit seinem ersten halben Jahr in Dortmund sehr zufrieden sein. Im Schnitt traf er alle 120 Minuten ins Tor, er kam zu vielen Abschlüssen aus guten Positionen, was für seine Entscheidungsfindung spricht. Zudem war er an vielen Chancen beteiligt.

Auf Rang zwei, und damit vor den Bayern-Stars Robben und Lewandowski, folgt Kevin-Prince Boateng. Dabei spielte der öfter im Mittelfeld und dabei längst nicht immer überzeugend. In den wenigen Partien, die er im Angriff verbrachte, spielte der Frankfurter aber stark. Vielleicht sollte Eintracht-Trainer Niko Kovac den 30-Jährigen regelmäßiger vorne einsetzen?

Spannend ist auch der Blick ans untere Ende des Rankings. Dort taucht ein Stürmer auf, der eigentlich noch auf die WM-Teilnahme mit Deutschland hofft: Mario Gomez. Der 32-Jährige erlebte in Wolfsburg jedoch eine schwache Hinrunde, in zwölf Einsätzen gelang ihm nur ein Treffer. Auch sonst schnitt er in sämtlichen relevanten Kategorien unter dem Bundesliga-Durchschnitt ab. Das Ergebnis: Platz 65 von 67 bewerteten Angreifern.

Gomez' Rückkehr zum VfB Stuttgart mag aus seiner Sicht ein richtiger Schritt gewesen sein, auch im Hinblick auf die WM im Sommer. Denn die Konkurrenz auf der Stürmerposition ist groß. Mitspielende Stürmertypen wie Mark Uth, Kevin Volland oder Max Kurse, aber auch Strafraumstürmer wie Davie Selke oder Sandro Wagner, sie alle landen im Ranking deutlich vor Gomez.

Und das ist die SPON11 der Hinrunde:



insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jeger866 26.12.2017
1. Recht informativ.
Man muß auch mal loben. Zu Gomez, der sympathische Bursche ist jetzt da, wo seine Karriere begann. Ein bißchen Heimat setzt manchmal neue Kräfte frei. Der VfB hätte es nötig.
sylkeheimlich 26.12.2017
2.
Ist Mario Götze wirklich in WM-Verfassung? Ich kann mich nur an seine Erkrankung und ein Kinderbuch erinnern, nicht aber an herausragende Leistungen auf dem Rasen. Täusche ich mich da?
rugall70 26.12.2017
3. Spielen Tore keine Rolle mehr für die Statistik?
Komisch: Die beiden Führenden der Torschützenliste (Lewandowski und Aubameyang) haben es nicht in die Top-Elf geschafft. Tore scheinen für die moderne Fußball-Statistik keine besondere Rolle mehr zu spielen. Dummerweise entscheiden Tore aber noch immer über Sieg und Niederlage. Deshalb hätte ich als Trainer lieber Lewa und Auba vorne im Sturm stehen als die hier genannten Philipp und Boateng.
rugall70 26.12.2017
4. Boateng: Platz 77 der Scorerliste
Kevin-Prince Boateng steht derzeit mit 3 Punkten auf Platz 77 der Scorerliste (Tore und Torvorbereitungen). Wie man es damit als "Stürmer" in die Top-Elf schaffen kann, ist mir ein Rätsel. Absurd!
pansenhans75 26.12.2017
5. Spielweise
Mann muss es mal so sehen, Gomez in Normalform spielt von der Art wie Lewandowski, nicht auf dem selben Level, aber als Sturmtank gut und wichtig in der Nationalmanschaft......
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.