Bundesliga-Noten Ribéry und sein Nachfolger - hier sind die besten Spieler der Hinrunde

Franck Ribéry ist seit zehn Jahren beim FC Bayern. Auch mit 34 zählt er zur Ligaspitze. Die Spieldaten verraten aber, dass sein Nachfolger schon jetzt besser ist. Teil eins unserer SPON11 der Hinrunde.

Franck Ribéry (l.), Kingsley Coman
imago/ Michael Weber

Franck Ribéry (l.), Kingsley Coman

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Fußball-Bundesliga

Der FC Bayern München ist das mit Abstand beste Bundesligateam der Hinrunde. Das sagt nicht nur die Tabelle (elf Punkte Vorsprung auf Platz zwei), das sagt auch der Spieler-Index SPIX von SPIEGEL ONLINE. Die Bayern erspielen sich zudem die meisten Großchancen und lassen die wenigsten zu. Doch die Münchner haben ein Problem: Sie sind nicht nur sehr gut, sondern auch sehr alt.

Das mag etwas zugespitzt sein. Von allen Bundesligisten haben die Münchner aber den ältesten Kader. Dass das für die Gegenwart kein Problem ist, zeigt der Blick auf die SPON11 der Hinrunde. Dort stellen die Bayern mit Abstand die meisten Spieler, sechs insgesamt. Mit Blick auf die Zukunft kann das aber ein Grund zur Sorge sein. Die Profis in der Top-Elf sind zweimal 29, 30, 32 und 34 Jahre alt. Nur ein Bayern-Jungprofi gehörte auf seiner Position zu den Besten der Liga. Aber dazu später mehr.

Den Anfang macht Torwart Sven Ulreich, 29, der in Abwesenheit des langzeitverletzten Manuel Neuer (auch schon 31) eine gute Hinrunde gespielt hat. Ausnahme war das 2:2 gegen Wolfsburg am 6. Spieltag. Ansonsten punktete Ulreich in seinen zwölf Einsätzen mit guten Paraden und sechs Zu-Null-Spielen. Der Höhepunkt: seine Top-Leistung beim 1:0 gegen Stuttgart, inklusive gehaltenen Elfmeters.

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Auch die Innenverteidigung kommt nicht ohne Bayern-Profi aus: Mats Hummels, 29, war laut Spieldaten der Beste auf seiner Position. Er profitierte dabei auch von den sehr guten Teamwerten der Bayern. Während Hummels auf dem Platz war, erspielte sich der Herbstmeister sehr viele Torchancen (woran der Verteidiger mit gutem Spielaufbau Anteil hatte) und ließ nur wenige zu. Berufen wurde zudem Leverkusens Lars Bender. Der spielte zwar selten in der Abwehr, war dann aber sehr erfolgreich.

Der Aufsteiger der Saison bei den Innenverteidigern kommt aus Stuttgart. Die Hinrunde des VfB verlief schwankend, Benjamin Pavard aber spielte konstant - konstant gut. Der 21-Jährige überzeugte in defensiven wie offensiven Kategorien gleichermaßen, im November debütierte er in Frankreichs Nationalmannschaft, im SPIX-Ranking landet er auf Rang acht. Er ist der jüngste Verteidiger in den Top Ten.

Mit Lukasz Piszczek in der Startelf hat Borussia Dortmund in dieser Saison kein Spiel verloren. Zugegeben, den Einbruch des BVB nach dem siebten Spieltag allein am zeitgleichen Ausfall des Rechtsverteidigers festzumachen, führt zu weit. Doch Piszczeks Rolle war im System von Ex-Trainer Peter Bosz sehr bedeutend. Teamkollege Marcel Schmelzer zählt zu den Verlierern der Hinrunde. Im Vorjahr noch 15., landete er im Ranking der Außenverteidiger diesmal auf Rang 28, noch hinter den Teamkollegen Dan-Axel Zagadou, Jeremy Toljan und Piszczek. Der Allerbeste: Bayerns Rafinha, 32 Jahre alt.

Franck Ribéry hat beim FC Bayern eine Ära mitgeprägt. Seit 2007 dribbelt sich der Franzose, so er denn gesund ist, durch gegnerische Abwehrreihen, bereitet Tore vor und erzielt selbst welche. So erfolglos wie in dieser Saison tat er das allerdings noch nie, könnte man meinen. In neun Ligaspielen gelang ihm kein Tor, kein Assist.

Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass Ribéry keinesfalls enttäuscht hat. Etliche seiner Pässe landeten im gegnerischen Strafraum beim Mitspieler, gemessen an seiner Spielzeit kommt der Franzose zudem auf starke 3,5 Torschussvorlagen pro 90 Minuten. Und mit ihm auf dem Platz waren die Bayern als Team extrem torgefährlich. Dass Ribérys Teamkollegen dessen Vorlagen nicht verwertet haben, lässt sich ihm nur schwer zum Vorwurf machen.

Und trotzdem: Im Sommer läuft Ribérys Vertrag aus, er wird dann 35 Jahre alt sein. Wie beständig er Top-Leistungen abrufen kann, ist offen. Umso wichtiger ist es aus Bayern-Sicht, dass in Kingsley Coman bereits sein Nachfolger da ist. Coman, 21, stand in der Liga rund doppelt so lange auf dem Feld wie Ribéry. Fast immer hat er dabei überzeugt. Er ist aktuell torgefährlicher, gewinnt im Schnitt mehr Dribblings als der Routinier. Niemand war in der Hinrunde besser.

Am Dienstag geht es mit dem zweiten Teil der SPON11 der Hinrunde weiter. Mit dabei: die Rückkehr des Mario Götze und der Absturz des Mario Gomez.



insgesamt 53 Beiträge
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chrecht 25.12.2017
1. Super Bayern Super Bayern
Na wer hätte das gedacht, die Bayern sind die Besten. Hochverdient wie immer. Jetzt noch ne gute Rückrunde (Pokal, mindestens 16 Punkte Vorsprung in der Liga und CL Halbfinale) und es war nach dem ganzen Mist am Anfang doch noch ein gutes Jahr. Hey Hey Hey
Böttinger 25.12.2017
2. Statistiken.
Ich finde die statistischen Werte für objektiv und hilfreich. Der FCB ist sicherlich überaltert (siehe CL-Viertelfinale gegen Real Madrid), aber der Umbruch ist schon im Gange. Was ein Wunder auch, bei dem Festgeldkonto. Aber auch das musste erst erarbeitet werden. CL sei Dank.
spon_2937981 25.12.2017
3.
So sehr ich auch Rafinha als Allrounder und Kämpferherz schätze: ihn als besten AV zu sehen, ist einfach nur ein Witz. Und Aaron Hunt unter den Top 3 der äußeren Mittelfeldspieler? Ebenso ein Witz. Der hat pro Spiel 1-2 gute Aktionen (und in so manchem Spiel gar keine), und der Rest ist einfach zum Haareraufen. Fazit: die Daten des SPIX sind zwar hübsch, aber sie sagen u.U. sehr wenig über die tatsächliche Qualität. Das ist eine sinnlose Objektivierung. Eine valide Einschätzung der Leistung kann nur von einem Beobachter vorgenommen werden (siehe kicker).
doppelnass 25.12.2017
4. Umbau?
Bayern braucht weder einen Umbau oder Umbruch. Die machen das eben nicht in einem Hauruck-Verfahren sondern bereits seit zwei Jahren ganz sanft. Und solange die "Alten" noch solche Top-Werte liefern, solange kann man die Jungen in Ruhe und ohne Hype aufbauen.
Paddel2 25.12.2017
5. Bestes Alter
Bayerns erste Elf ist abgesehen von Robben im besten Fußballalter. Speziell Robben ist aber Bayerns Problemspieler, denn er kann nicht adäquat ersetzt werden. Bayern hat zuletzt zwar ohne ihn souverän Siege eingefahren, aber gegen die Top-Gegner in der CL wird das nicht reichen. Paris sehe ich nicht als guten Vergleich, da sie defensiv weit von der Weltspitze entfernt sind. Die Verjüngung des Kaders muss sanft erfolgen und sollte vor allem auf die Problemzonen abzielen. Heißt: ein junger Außenstürmer für die rechte Seite sollte das Transferziel Nummer eins sein.
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