Paris Bistros wollen Unesco-Kulturerbe werden

Paris' Bistros gehören zur Stadt wie der Eiffelturm. Doch die kleinen Lokale sind in Gefahr - eine Ernennung zum immateriellen Unesco-Kulturerbe soll sie vor der Macht der Gastronomieketten schützen.

Bistro in Paris
Getty Images/ Nikada

Bistro in Paris


Die kleinen runden Tische, die geflochtenen Stühle. Morgens trinken die Pariser hier ihren Kaffee, abends einen Wein. Hier trifft man sich, bespricht den Tag und das Leben, und so soll es bitteschön auch bleiben: Die Pariser Bistros wollen immaterielles Kulturerbe der Unesco werden. "Unsere Bistros sind bedroht und müssen entsprechend geschützt werden", sagte der Gastronom Alain Fontaine am Montag in Paris im Namen einer Interessenvertretung.

In den zurückliegenden 20 Jahren ging die Zahl der klassischen Pariser Bistros um die Hälfte zurück, berichtet die Vereinigung zur Unesco-Einschreibung. Größere Gastronomieketten und andere Betreiber kauften Bistros auf und wandelten sie in Schnellrestaurants oder Imbisse um - diese Entwicklung nannte Fontaine als einen Grund für den Rückgang.

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo teilte via Twitter mit, die Lokale seien "ein wesentlicher Bestandteil des Charmes und der Identität von Paris". Die im Rathaus für Handel und Selbstständige Verantwortliche, Olivia Polski, versicherte, Hidalgo unterstütze das Vorhaben.

Staatspräsident Emmanuel Macron hingegen hat sich Anfang des Jahres für ein anderes Kulturgut seines Landes stark gemacht: das Baguette.

ele/dpa



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Stäffelesrutscher 11.06.2018
1.
Soso, ein »immaterielles Kulturerbe« wollen sie werden. Wenn ich die Preisschilder sehe, habe ich immer den Eindruck, als müsste ich das materielle Erbe der ganzen Familie investieren, um dort einkehren zu können.
le.toubib 11.06.2018
2.
Zitat von StäffelesrutscherSoso, ein »immaterielles Kulturerbe« wollen sie werden. Wenn ich die Preisschilder sehe, habe ich immer den Eindruck, als müsste ich das materielle Erbe der ganzen Familie investieren, um dort einkehren zu können.
Sie sollen ja auch nicht die Av. des Champs-Élysées heimsuchen oder den Boul' Mich'! Als ein Freund und ich das erste Mal in Paris waren, gingen wir auch in das George VI, einfach, weil das auf unserem Französischlehrbuch in der Schule vorgekommen war. Sündhaft teuer, aber ein Mal *musste* sein! Allerdings gibt es sie noch, die kleinen, preiswerten Bistros! Sogar sehr viele, einfach schauen, wo die Pariser einkehren! Besagter Freund und ich hatten nach schon zwei Tagen gelernt, man läuft nicht Paris ab, stattdessen setzt man sich in ein nettes Strassencafé und lässt bei einer Anisette (Tipp: Extra viel Eiswasser bestellen, bekommt man umsonst und die Anisette reicht länger ;-) ) Paris gemütlich an sich vorbeiflanieren! Ach, speziell vom Badener zum Schwaben: Gehen Sie an die Theke, denn dort gibt es alle Getränke deutlich billiger und man lernt vielleicht sogar noch echte Pariser kennen ...
möchteliebernicht 12.06.2018
3. Eigentum verpflichtet
Warum machen Stadtregierungen nicht verbindliche Vorgaben, wer welche Lokale und Geschäfte führen darf? So wie das mit Bauverordnungen gemacht wird? Sonst geht die große Gleichmacherei ungebremst weiter und die Innenstädte verlieren ihr typisches Gesicht. In Kopenhagen z.B. dürfen Cafés kein hässliches Plastikgestühl hinstellen...
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