Europas schönste Gipfel Spitzenmäßig

Das Matterhorn ist einer der markantesten Gipfel Europas. Aber kennen Sie den Husfjellet? Oder die Höhen des Durmitor-Nationalparks? Der Fotograf Johan Lolos suchte in 17 europäischen Ländern nach den schönsten Bergen.

Johan Lolos

Eine einsame Gestalt steht in einer roten Regenjacke vor einem mächtigen Wasserfall. Mehr als 100 Meter ergießen sich die Wassermassen über eine steile Klippe in die Tiefe und prallen am Grund von dunklen Steinen ab. Dunst breitet sich entlang der nassen Felsen aus.

Der Mensch wirkt winzig vor der massiven Felskulisse. Beim Betrachten des Fotos fragt man sich, ob er ein Wort verstehen würde, wenn man ihn rufen würde. Und man wundert sich, warum auf der Linse des Fotografen kein einziger Wassertropfen zu sehen ist.

Háifoss-Wasserfall auf Island
Johan Lolos

Háifoss-Wasserfall auf Island

Der Fotograf ist der Belgier Johan Lolos. Er hat die Szene am Háifoss-Wasserfall auf Island aufgenommen - dem dritthöchsten der Insel und einem, der von Touristen noch nicht so überlaufen ist wie etwa der Seljalandsfoss oder andere, die direkt an der Ringstraße liegen.

"Wenn man die typischen Touristengegenden verlässt, kommt man schnell an menschenleere Orte", sagt Lolos, der sich das Fotografieren selbst auf seinen Backpacking-Trips durch Australien und Neuseeland beigebracht hat. In ganz Europa hat er nach Plätzen gesucht, an denen er Fotos machen konnte, ohne dass Touristenmassen durchs Bild liefen.

Vor allem aber suchte er nach Bergen. Fünf Monate lang reiste er zu den schönsten Gipfeln des Kontinents. Seine Fotos sammelte er in dem Buch "Peaks of Europe", das Ende August erscheint.

"Ich hatte keine Ahnung, dass Europa so viel zu bieten hat", schreibt der 30-Jährige darin. "Ich dachte, ich muss erst auf die andere Seite des Planeten reisen, um einzigartige Landschaften zu sehen und unvergessliche Roadtrips zu erleben. Und dabei ist meine Heimatstadt Lüttich nur eine Tagesfahrt von den schönsten Bergen der Welt entfernt: Ja, den Alpen."

Johan Lolos
Johan Lolos

Johan Lolos

Dort habe er auch einige seiner besten Fotos gemacht. Lolos fuhr dafür durch Slowenien, Italien, Österreich, Deutschland, Frankreich und das Land, in dem er die meiste Zeit verbrachte, obwohl es sehr klein ist: die Schweiz. Drei Wochen blieb er dort - "aber es würde ein Leben lang brauchen, um all die Wandermöglichkeiten des Landes zu erkunden". Schnell pendelte sich sein Tagesablauf ein: fotografieren, wandern, essen, wandern, fotografieren, schlafen - und wieder von vorne.

Auch in vielen anderen Ländern Europas verließ sich Lolos auf diesen einfachen Lebensstil. Er reiste durch Skandinavien, den Balkan und nach Island. Die meiste Zeit war er mit einem Geländewagen unterwegs, wurde von der Autofirma teilweise gesponsert. Denn der Reisefotograf gilt als Social Influencer: Auf Instagram hat er mehr als 450.000 Abonnenten, die seine Reisen anhand von täglichen Instastorys in Echtzeit mit verfolgen können.

Die Hälfte des Jahres nur im Büro sitzen

"Viele Menschen denken sicherlich, dass ich den besten Job der Welt habe", sagt er. "Ich liebe meinen Job, und ich liebe die Freiheit, die er mir gibt." Aber solch eine Arbeit habe auch seine Schattenseiten. "Ich kann nie länger als sechs Monate im Voraus planen", sagt Lolos. "Oft muss ich damit klarkommen, dass ich von der Frau, die ich liebe, getrennt bin."

Immer, wenn er von einem Trip zurückkomme, brauche es Monate, bis er all die Fotos gesichtet und bearbeitet habe. "Ich verbringe also vier oder fünf Monate im Jahr nur damit, im Büro zu sitzen."

Fotostrecke

25  Bilder
Fotoreise zu Europas Gipfeln: Hoch hinaus

Rund 27.000 Fotos machte Lolos auf seinem Trip durch Europa. Mehr als 200 davon sind in "Peaks of Europe" zu sehen. "Fünf Monate durch Europa reisen bedeuten nicht, dass es jeden Tag nur Sonnenschein und Regenbogen gab", sagt Lolos. Doch das Buch zeigt: Um gute Bergfotos zu machen, muss das auch nicht so sein.

Video: Luftrettung Matterhorn - Air Zermatt

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insgesamt 6 Beiträge
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Papazaca 11.06.2018
1. Was von San Martino di Castrozza gehört?
Ja, Norwegen und Island sind außergewöhnlich schöne Länder, vielleicht nicht wegen der Berggipfel sondern in ihrer Gesamtheit. Die schönsten Berggipfel Europas liegen für mich aber ganz klar in den Dolomiten. San Martino di Castrozza - nicht so bekannt - wirkt wie mehrere Matterhörner nebeneinander. Außergewöhnlich schön! Sehr schöne Fotos, auch da, wo es nicht direkt um Gipfel geht, sondern um geologische Formationen, Farben, Menschen und Tiere. Das alles macht Lust auf Reisen und auf Wanderungen. Und auch an das Denken von Luftlöchern, ausnahmsweise mal nicht an SPON .....
olli0816 11.06.2018
2. Sehr tolle Fotos
Ich war selbst auch schon in Island und habe dort einen Berg in Miniatur gesehen, der wie das Matterhorn ausschaut. Island ist definitiv eine Reise wert, von Norwegen habe ich bis auf Oslo leider noch nichts gesehen. Die gezeigten Fotos sind wirklich wahnsinnig schön. Hat der Fotograph auch eine Webseite?
murksdoc 11.06.2018
3. Super
Der erste Mensch der Welt, der zeigt, das Landschaftsbilder nicht langweilig sein müssen. Darf man an dieser Stelle anmerken, dass der höchste Berg Europas nicht der Mont Blanc (4810m), sondern der Elbrus (5642m) im Kaukasus ist, der vom deutschen Kartographen Philip Johann von Strahlenberg im Jahre 1730 Asien zugeschlagen wurde, was aber nicht korrekt zu sein scheint.
jensruminy 11.06.2018
4. Eindrücklich
Ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass mich das Bei if von den Plitvicer Seen auch fasziniert hat. Warum sind Landschaften nur schön, wenn man ganz allein darin ist? Wenn Massen auf Laufstegen an schönen Stellen vorbei pilgern, ist das allemal angenehmer als wenn einzelne „Naturliebhaber“ auch den hintersten Winkel noch mit ihrer Drohne ausforschen. Dieses Summen stört das Naturerlebnis ganz gewaltig, wenn sonst kein Zivilisationslärm vorhanden ist, und die Tierwelt, welche sich in einem Rückzugsgebiete wähnt, wird empfindlich gestört. Der Mensch gehört zur Natur dazu, wenn er ihr nur mit Respekt nähert.
butzibart13 11.06.2018
5. Island pur
Interessant ist in Island der Berg Vindbelgjarfjall am Myvatn, der Berg an sich ist nicht so berauschend, aber wenn, wie ich schon bei Mitternachtsonne-Impressionen erlebt habe, Nebel wie Locken sich um den Berg kräuseln und dann herabfallen. Einfach spektakulär
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