Nach Visa-Krise Türkei erlässt Reisewarnung für die USA

Als Reaktion auf eine Reisewarnung der US-Regierung für die Türkei hat Ankara seine Bürger vor Reisen in die USA gewarnt. Die offizielle Begründung: "Terrorismus und willkürliche Festnahmen".

Recep Tayyip Erdogan
AP

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Die Türkei hat als Reaktion auf die Einstufung als riskantes Reiseland durch das US-Außenministerium eine Reisewarnung für die USA erlassen. Das türkische Außenministerium verwies am Freitag auf die Gefahr durch Terroranschläge und durch "willkürliche Verhaftungen" von Türken in den USA, die auch Staatsbeamte auf Dienstreisen treffen könnten.

Das türkische Außenministerium reagierte damit auf ein neues System von US-Reisehinweisen, in denen die Türkei - ebenso wie etwa Pakistan - in die zweithöchste Gefahrenstufe eingeordnet wird.

In dem US-Hinweis wird dazu aufgerufen, Reisen in die Türkei "wegen Terrorismus und willkürlichen Festnahmen" zu überdenken. Insbesondere Reisen in das türkisch-syrische Grenzgebiet und in den Südosten der Türkei, wo sich die Sicherheitskräfte regelmäßig Gefechte mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) liefern, sollten überdacht werden.

Kurz nach Beilegung der Visa-Krise

Die Türkei und die USA hatten erst Ende Dezember ihre Visakrise beigelegt. Nach der Festnahme von einheimischen Mitarbeitern von US-Konsulaten hatten die Vertretungen der USA in der Türkei mitgeteilt, die Ausgabe von Visa zu stoppen. Das türkische Außenministerium hatte daraufhin in einer fast wortgleichen Erklärung mitgeteilt, die Visavergabe bei türkischen Vertretungen werde ebenfalls gestoppt. Die Beziehungen zwischen den Nato-Bündnispartnern USA und Türkei sind angespannt.

Am gefährlichsten ist es nach dem neuen US-Hinweissystem in elf Ländern, darunter zum Beispiel Afghanistan, Iran, Irak, Syrien und Jemen, berichtet CNN. Bei diesen Ländern wird von Reisen abgeraten. Deutschland liegt wegen Terrorgefahr auf Stufe zwei, bei diesen Ländern wird zu erhöhter Vorsicht aufgerufen.

Deutschland hatte im vergangenen Juli nach der Festnahme von mehreren Bundesbürgern in der Türkei die Reisehinweise für das bei Urlaubern beliebte Land verschärft, aber keine Reisewarnung ausgesprochen. In dem bis heute gültigen Hinweis heißt es, Deutsche müssten mit willkürlichen Festnahmen rechnen. Das türkische Außenministerium hatte daraufhin im September eine Reisewarnung für Deutschland erlassen, die es unter anderem mit Rassismusgefahr begründete.

kry/dpa/AFP

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