US-Botschafter in Deutschland Grenell fordert Stopp des Bargeld-Flugs nach Iran

Iran will 300 Millionen Euro aus Deutschland ausfliegen - in bar. Der US-Botschafter in Berlin appelliert nun an die Bundesregierung, das Vorhaben zu unterbinden.

Richard Grenell und Angela Merkel
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Richard Grenell und Angela Merkel


Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat die Bundesregierung aufgefordert, den von Iran geplanten Bargeldtransfer von 300 Millionen Euro zu untersagen. "Wir ermutigen die deutsche Regierung auf höchster Ebene, zu intervenieren und dieses Vorhaben zu stoppen", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Wir sind sehr besorgt über die Berichte, dass das iranische Regime versucht, Hunderte Millionen Euro in bar von einer deutschen Bank in den Iran zu bewegen."

Iran will rund 300 Millionen Euro in bar von Deutschland nach Teheran ausfliegen, um das Geld angesichts amerikanischer Sanktionen vor einem drohenden Einfrieren von Konten zu retten. Konkret geht es darum, Guthaben der staatlichen Europäisch-Iranischen Handelsbank bei der Bundesbank auszahlen zu lassen. Das Vorhaben werde geprüft, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums. Zuständig für die Prüfung ist die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin.

Nach der Ankündigung neuer Sanktionen und einer Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA muss das islamische Land fürchten, demnächst kaum noch an Guthaben im Ausland zu kommen. Die USA drohen Geldhäusern, die direkt oder indirekt Transaktionen mit iranischen Instituten unterstützen, ebenfalls mit Sanktionen.

Video: Die folgenreichste Erfindung der Menschheit - Der Charakter des Geldes

aar/dpa

insgesamt 105 Beiträge
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mustermann76 10.07.2018
1. Soll grenell doch sagen was er will
Wenn wir uns nun noch vom us Botschafter Vorschriften machen lassen wie wir am besten amerikanische Sanktionen umsetzen die wir weder wollen noch unterstützen dann können wir uns gleich zum amerikanischen Klientelstaat machen. Mich interessieren die Ansichten von diesem pseudodiplomaten jedenfalls herzlich wenig. Womöglich sollte man ihn einfach ignorieren und ihn so behandeln wie Trump das mit uns macht.
go-west 10.07.2018
2. Es sollte auch Deutschland
an einem Ende des Mullah-Regimes in Iran gelegen sein. Der Übergang vom islamischen Gottesstaat zu einer demokratischen und säkularen Staatsform sollte Ziel der deutschen Außenpolitik sein. Insofern sollte man dem aktuellen Regime eher Steine in den Weg legen als sich mit ihm zu arrangieren.
Filsbachlerche 10.07.2018
3. Ja, dieser Vorschlag ist toll!
Banken können nurfunktonieren,wenn auch die Auszahlung von Einlagen garantiert ist. Trump schreckt vor nichts zurück. Sein Adlat in Berlin ebensowenig. Er ist ja auch nur sein Sprachrohr. Deutsche Banken müssen iranische Einlagen auch transferieren, auch in diesen Höhen. Trump muß verstehen, daß Deutschland kein besetztes Gebiet mehr ist. Zumindest völkerrechtlich. Aber das kann er wohl nicht mangels Intelligenz. Grenell als sein Handlanger ist wohl nur als troublemaker nach Berlin geschickt worden. Trump will wohl die westliche Allianz und insbesondere die EU torpedieren. Das wäre schade. Aber wenn es denn sein muß: sei´s drum! Dann soll dieser potus auch gleich seine militärischen Stützpunkte in Deutschland wieder an Deutschland zurückgeben. Alle US-Einheiten aus Deutschland zurückziehen inclusive der bei uns lagernden Atomwaffen. Aber auf diese kontinentalen, unsinkbaren Flugzeugträger will er wohl nicht verzichten. Deutschland ist souverän. Das hat einen Trump wohl noch nie gestört. Dennoch sollte er zur Kenntnis nehmen, daß wir unsere Angelegenheiten selbst entscheiden wollen und nicht auf willkürliche Anweisungen aus Washington warten. Das war vor 50 Jahren noch die Regel. Aber das hat sich in diesem halben Jahrhundert geändert. Aber das wird dieser Pöbelpräsident wohl nie kapieren.
hughw 10.07.2018
4. Der Herr benimmt sich
als wäre Deutschland seine Kolonie. Erst der "Befehl " keine Geschäfte mit Iran zu tätigen, dann die Verhandlungen mit den Konzernbossen über Zölle unter Umgehung der Bundesregierung, und nun dies. Ist die Besatzungszeit mit der entsprechenden Verwaltung nicht schon eine Weile her? Oder haben wir doch immer noch Besatzer statt "Freunde"?
wick.eurocon 10.07.2018
5. Gernell fordert
Es ist schon eine Frechheit der USA sich in Angelegenheiten Deutschlands einzumischen. Merkel sollte ihm eine Abfuhr geben. Es kann doch nicht sein, wenn die USA einen Vertrag kündigt, dass alle anderen Länder diesen auch kündigen müssen. Was die NATO anbelangt auch dort sollten die Europäer einmal etwas Mut zeigen und das Bündnis mit den USA kündigen. Mal sehen wie die USA all ihre Kriege durchführen ohne die europäischen Stützpunkte zu benutzen. Die US Kriege haben nur Zerstörung gebracht und unzählige unschuldige Opfer und die Schlächterei geht immer noch weiter mitHilfe Der NATO Stützpunkte. Ist IRAK heute besser dran als vor der Amerikanischen Invasion und dasselbe gilt für Afghanistan. In Afrika sind die USA am Kriegen unter Geheimhaltung.
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