Nato-Gipfel Trump twittert erneut gegen Deutschland

Erst warf er Deutschland vor, abhängig von Russland zu sein, nun greift US-Präsident Trump die Bundesregierung wieder scharf an. In seiner Kritik geht es um die Verteidigungsausgaben - und russisches Erdgas.

US-Präsident Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump


Schon vor Beginn des Nato-Gipfels sorgte US-Präsident Donald Trump mit der Aussage Deutschland sei ein Gefangener Russlands für Aufsehen. Nun kritisiert er die Bundesregierung erneut auf Twitter.

"Präsidenten haben jahrelang erfolglos versucht, Deutschland und andere reiche Nato-Staaten dazu zu bewegen, mehr für ihren eigenen Schutz vor Russland zu zahlen", schrieb Trump. "Sie bezahlen nur einen Bruchteil ihrer Kosten." Die USA hingegen zahlten zweistellige Milliardenbeträge zu viel, um Europa zu subventionieren.

"Und als wäre das nicht genug, hat Deutschland gerade angefangen, Russland, dem Land, vor dem es beschützt werden will, Milliarden Dollar für ihren Energiebedarf zu zahlen, der aus einer Pipeline aus Russland kommt", fügte er in einem weiteren Tweet hinzu. "Nicht akzeptabel! Alle Nato-Staaten müssen ihr Zwei-Prozent-Verpflichtung erfüllen, und sie müssen letztlich auf vier Prozent gehen." Gemeint ist seine Forderung, zwei beziehungsweise vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Deutschland liegt derzeit bei 1,24 Prozent.

Bereits am Mittwochmorgen hatte Trump Deutschland kritisiert. Der Grund: die angebliche Abhängigkeit der Deutschen von russischem Gas. "Es ist traurig, dass Deutschland massive Deals mit Russland macht, während von uns erwartet wird, es gegen Russland zu verteidigen", sagte er. Und weiter: "Deutschland ist total von Russland kontrolliert."

Später deutete sich dann eine Entspannung an. Nach einem Treffen mit der Kanzlerin hatte Trump das Verhältnis zu Deutschland hervorragend genannt und Merkel persönlich gelobt. Den zweiten Tag des Nato-Gipfel begann der US-Präsident nun erneut mit einer Schimpftirade auf Twitter.

asc/dpa



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