"Never Trumper" Mike Pence verliert Top-Berater - nach zwei Tagen

Der nächste Rücktritt in Donald Trumps Regierung: Jon Lerner war am Freitag zum außenpolitischen Berater von US-Vize Mike Pence ernannt worden. Dann fiel er in Ungnade.

Mike Pence
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Als der Präsident hörte, Jon Lerner sei angeblich ein "Never Trumper", war wohl nichts mehr zu machen. Nur zwei Tage nach seiner Ernennung ist der neue außenpolitische Berater von US-Vize Mike Pence schon wieder zurückgetreten. Das bestätigte eine Sprecherin von Pence.

Lerner war nach Angaben eines Regierungsvertreters bei Donald Trump in Ungnade gefallen. Als "Never Trumper" werden Republikaner bezeichnet, die gegen Trump sind. Im Vorwahlkampf 2016 hatte Lerner Trumps Rivalen Marco Rubio unterstützt.

Pence habe Trump noch am Freitag angerufen, um für Entspannung zu sorgen, hieß es nun. Doch nachdem Lerner das Amt übernommen hatte, berichtete die Nachrichten-Website Axios, Trump habe zuvor dessen Ernennung verhindern wollen. Lerner habe daraufhin seinen Verzicht erklärt, um "das Ausmaß an Konflikt und internem Drama zu minimieren", sagte der Regierungsvertreter. Lerner kehre auf seinen alten Posten als Berater der amerikanischen Uno-Botschafterin Nikki Haley zurück.

Trumps Amtszeit ist geprägt von zahlreichen Personalwechseln und internen Machtkämpfen. Pence hatte sich bislang aus den Reibereien weitgehend heraushalten können. Mit Lerners Rückzug rückte auch er erstmals ins Zentrum eines solchen Konflikts.

kev/Reuters



insgesamt 20 Beiträge
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egoneiermann 16.04.2018
1.
Tja, das mit dem Mafia-Boss scheint zu stimmen. Loyalität ist alles, Fähigkeit interessiert da nicht. Wenn man bedenkt, dass es bisher in den USA gute Sitte war, einen Minister zu benennen, der von der Opposition stammt, ist das bei Trump eben ganz anders. Wie er aber dann auf die Idee kommt, dass er ein Präsident für alle Amerikaner ist, aber wahrscheinlich denkt er nicht wirklich so.
Markus Frei 16.04.2018
2. Locker bleiben
Die USA haben 325 Millionen Einwohner, das sollte selbst der Trump-Regierung reichen um die Amtszeit zu überstehen. Auf jeden Fall dürfte die Abteilung die die Ernennungs- und Entlassungsurkunden für diese Regierung druckt die wohl die meistbeschäftigste überhaupt sein.
pragmat 16.04.2018
3. Politisches System
Es ist immer erstaunlich, wie wenig europäische Schreiberlinge vom amerikanischen politischen System verstehen. In den USA werden Spitzenpolitiker und Beamte nicht durch die politischen Parteien ins Amt gehoben, sondern von der Führung ausgewählt und vorgeschlagen und durch eine politische Instanz meistens noch bestätigt. Wenn der Ausgewählte sich dann als ungeeignet erweist oder der Linie des Chefs nicht folgt, wird er gefeuert. Er kann sich dann nicht auf eine Partei berufen, die ihm den Rücken stärkt. So werden dann auch jede Menge von staatlichen Posten wie Sheriffs und Staatsanwälte direkt von den Bürgern gewählt. Auch dort sitzt man also ziemlich locker. Europäische Politiker und Beamte führen auf Grund des Parteienwesens dagegen ein vergleichsweises Luxusleben, wenn sie sich in ihren Parteien verstecken können.
sven2016 16.04.2018
4.
Sprechen die Typen nicht miteinander? Ist der Pate wirklich so weit weg von seiner Umgebung? Die Pence-Leute hätten Hannity fragen sollen, ob es in Ordnung ist. Der leitet die Tagesarbeiten sowieso von Fox News aus.
jackohnereacher 16.04.2018
5. Das ist gut so,
denn gerade im Moment braucht die Frau UNO Botschafterin Nikki Haley einen Berater aus dem "Never Trumper" Lager. Geht es doch darum eine vernünftige Strategie im Syrien Krieg zu entwickeln, die nicht wieder scheitert. Jon Lerner ist dort gut aufgehoben.
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