Reaktion auf Raketenbeschuss Israelische Kampfjets greifen Ziele im Gazastreifen an

Israels Militär hat Ziele im Gazastreifen attackiert. Zuvor wurden laut israelischer Armee mindestens zwei Raketen auf Tel Aviv abgefeuert. Ähnliche Angriffe auf den Großraum der Stadt gab es zuletzt im Gazakrieg 2014.

Angriffe auf Gaza
AFP

Angriffe auf Gaza


Wenige Stunden nach einem Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv haben israelische Kampfjets Ziele im Gazastreifen angegriffen. Die israelischen Streitkräfte bestätigten auf Twitter Angriffe auf mehrere "terroristische" Ziele, machten zunächst aber keine näheren Angaben dazu. Laut dem Nachrichtensender al-Arabija waren mindestens vier Explosionen in dem Küstengebiet am Mittelmeer zu hören, davon eine besonders schwere in der Stadt Gaza. Beschossen wurde demnach auch ein Quartier der radikalen Palästinenserorganisation Hamas in Chan Junis. Berichte über Verletzte oder konkrete Schäden gab es zunächst nicht.

Nach Angaben der Armee hatte die Hamas am Donnerstag vom Gazastreifen aus zwei Raketen auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert. Sowohl die Hamas als auch die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad dementierten jedoch, dass ihre Mitglieder für die Angriffe verantwortlich seien.

Zuletzt war es im Gazakrieg im Sommer 2014 zu ähnlichen Angriffen auf den Großraum Tel Aviv gekommen. In der Küstenmetropole und ihren Vororten waren am Donnerstagabend Warnsirenen und Explosionen zu hören. Die israelische Armee teilte später mit, eine der Raketen sei von einem Abwehrsystem abgefangen worden. Es habe weder Verletzte noch Sachschaden gegeben - und auch keine besonderen Anweisungen für Zivilisten. In der Nacht berichtete al-Arabija dann von neuerlichen Raketenangriffen von palästinensischer Seite auf Grenzorte in Israel.

Dringlichkeitssitzung im Militärhauptquartier

Medienberichten zufolge hat Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai die Öffnung von öffentlichen Schutzräumen in der Stadt angeordnet. Regierungschef und Verteidigungsminister Benjamin Netanyahu hielt demnach angesichts der neuen Angriffe eine Dringlichkeitssitzung im Militärhauptquartier in Tel Aviv ab.

Am 9. April wird in Israel ein neues Parlament gewählt und führende Kandidaten haben eine härtere Gangart gegenüber militanten Palästinensern im Gazastreifen gefordert. Auch die Freitagsgebete dürften nicht zur Beruhigung der Situation beitragen.

Der Konflikt zwischen Israel und den militanten Palästinenserorganisationen hat sich im Laufe des vergangenen Jahres wieder aufgeheizt. Bei teilweise gewaltsamen Protesten an der Gazagrenze wurden seit dem 30. März 2018 nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende weitere verletzt.

Allein diesen Monat haben Palästinenser schon mehrmals Raketen auf das israelische Grenzgebiet am Rande des Gazastreifens abgefeuert. Israels Luftwaffe bombardierte daraufhin Ziele in dem Küstenstreifen.

Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die vom benachbarten Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitsinteressen. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter höchst schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

asc/dpa/AFP/Reuters



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