Irans Reaktion auf Trump "Den Atomdeal kann keiner so einfach untergraben"

Donald Trump will harte Vorgaben gegen Iran durchsetzen - auch aus Angst vor einer Nuklearmacht. Die Regierung in Teheran pocht aber auf das internationale Atomabkommen und warnt den US-Präsidenten.

Irans Präsident Hassan Rohani
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Irans Präsident Hassan Rohani


Iran hat US-Präsident Donald Trump davor gewarnt, das internationale Atomabkommen mit seinem Land zu torpedieren. "Der Deal ist eine herausragende diplomatische Errungenschaft, die keiner so einfach untergraben kann", sagte Präsident Hassan Rohani am Sonntag in Teheran. Der Versuch Trumps, dies zu tun, werde die USA international nur isolieren.

Außerdem würde jede Regierung an Kredit verlieren, wenn sie die von Vorgängerregierungen geschlossenen Abkommen ignorieren oder ändern sollte, sagte Rohani, insbesondere wenn diese international anerkannt seien. Die internationalen Reaktionen auf Trumps Bemühungen bewiesen dies. Sie reflektieren laut Rohani "den Sieg des politischen Anstands" über die Trump-Regierung.

Trump hatte am Freitag die seit 2015 ausgesetzten Atomsanktionen gegen Iran um weitere 120 Tage verlängert. Allerdings sollen die europäischen Verbündeten gemeinsam mit den USA binnen vier Monaten härtere Vorgaben für Iran formulieren. Damit soll verhindert werden, dass das Land jemals eine Atombombe bauen kann. Trump schweben außerdem schärfere Inspektionen von Atomanlagen sowie eine Verbindung des Atom- mit dem Raketenprogramm Irans vor. (Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Trumps Anti-Iran-Kurs lesen Sie hier.)

Russland und China rufen zum Festhalten an Vereinbarung auf

Die iranische Regierung erwiderte daraufhin am Samstag, einen international ausgehandelten und anerkannten Pakt wie das Atomabkommen weder neu zu verhandeln noch zu ändern.

Russland, das wie die anderen UN-Vetomächte China, Frankreich, Großbritannien und USA sowie Deutschland zu den Unterzeichnerstaaten gehört, rief dazu auf, an der Vereinbarung festzuhalten.

Auch China teilte mit, an geschlossenen Vereinbarungen festzuhalten. Der "hart erkämpfte" iranische Atomvertrag müsse respektiert werden, zitierte Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag Außenamtssprecher Lu Kang. Das Abkommen sei von großer Bedeutung, um Frieden und Stabilität im Nahen Osten zu erhalten. Es sei Chinas "klare Position", Sanktionen eines einzelnen Staates abzulehnen.

Die EU reagierte kühl auf Trumps Forderung nach Korrekturen. Die Europäer bekennen sich zu einer weiteren vollständigen und effektiven Umsetzung des Atomabkommens, wie eine Sprecherin der EU-Chefdiplomatin Federica Mogherini mitteilte.

yes/dpa



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hansriedl 14.01.2018
1. Donald Trump will harte Vorgaben gegen Iran durchsetzen
Das EU-Embargo gegen iranisches Öl trifft ausgerechnet Griechenland hart, denn das Land muss derzeit für Lieferungen nicht zahlen - Teheran stundet Athen die Schulden. Der Iran dürfte nun versuchen, sein Öl in Asien loszuwerden. Das aber versuchen die EU und die USA zu verhindern. https://www.tagesschau.de/ausland/embargoiran100.html Wem wundert es noch, das der Tanker mit einen Schiff kollidierte. Wie es zu dem Unglück kam, ist noch ungeklärt. Nach der Kollision trieb der leckgeschlagene Tanker brennend und in Schieflage auf hoher See. Wie viel Öl aufgelaufen ist, war unklar. Das Schiff hatte 136.000 Tonnen Kondensat, ein extrem hochwertiges Leichtöl, geladen.
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