Verhandlungs-Grafik So geht es weiter im Brexit-Poker

Die EU und die britische Regierung verhandeln über den Brexit - eine hochkomplizierte Angelegenheit. Der Stand der Dinge im grafischen Überblick.

Für den Exit vom Brexit: Demonstrantin in London
REUTERS

Für den Exit vom Brexit: Demonstrantin in London

Von und



Stand: 8. November 2018


Am 29. März 2019 tritt Großbritannien aus der EU aus - eigentlich. Denn sollten Brüssel und London sich nicht auf ein Austrittsabkommen einigen, wird der Brexit womöglich verschoben, da sonst Chaos droht. Um einen Deal zu erreichen, muss aber vorher die Frage der Grenze zwischen Irland und Nordirland geklärt werden. Zur Sicherheit verlangt die EU eine Auffanglösung, die Nordirland an die EU bindet.

Die Briten wollen das nicht, sie streben eine weichere Auffanglösung an, die dann notfalls von der härten EU-Auffanglösung aufgefangen wird. Und sollte das britische Parlament dem Deal am Ende nicht zustimmen, veranstaltet Großbritannien womöglich ein neues Referendum und sagt den Brexit ab.

SPIEGEL ONLINE hat die komplizierten Verhandlungen in einem Diagramm zusammengefasst:

EU-Kommission und britische Regierung

führen Austrittsverhandlungen.

oder

Einigung

keine Einigung

Bis Nov./Dez. 2018 sollten alle Punkte geklärt sein, weil noch

das EU-Parlament, der EU-Ministerrat und das

britische Unterhaus zustimmen müssen.

Die Frist für Verhandlungen endet am 21.1.2019, danach benötigt

die britische Regierung ein neues Mandat vom Parlament.

EU-Parlament, EU-Ministerrat

oder britisches Unterhaus

lehnen ab

= keine Einigung

EU-Parlament, EU-Ministerrat

und britisches Unterhaus

stimmen zu

oder

Geordneter Brexit

Verhandlungen über zukünftiges Verhältnis

Übergangsphase bis mindestens 31.12.2020

keine Einigung

= Brexit ohne Abkommen

oder

Einigung

Szenario: Geordneter Brexit mit Einigung

über zukünftiges Verhältnis

Abkommen regeln Handels-

und andere Beziehungen

zwischen der EU

und Großbritannien.

Vereinigtes Königreich von

Großbritannien und Nordirland

Nordirland

Handelsvereinbarung regelt

das Nordirland-Problem.

Irland

(EU)

Szenarien: Keine Einigung

Verlängerung der Austrittsverhandlungen

Einstimmiger Beschluss der EU-27 und Großbritanniens ist

nötig sowie die Zustimmung des britischen Parlaments.

Großbritannien bleibt bis auf Weiteres EU-Mitglied.

oder

Einigung

keine Einigung

oder

Brexit ohne Abkommen

Großbritannien verlässt die EU am 29.3.2019 ohne Übergangsphase

und Verhandlungen über das zukünftige Verhältnis.

Neue harte Grenzen zwischen Irland und Nordirland

Zollkontrollen zwischen EU und Großbritannien

Einzelabkommen zwischen EU und Großbritannien könnten

schlimmste Folgen abfedern.

Handel auf Basis von WTO-Regeln mit hohen Einfuhrzöllen

oder

Zweites Referendum

Angesetzt von Theresa May nach Scheitern der Austrittsverhandlungen

oder nach Rücktritt der Regierung May, Neuwahlen und

Sieg der Labour-Partei

Austritt

aus der EU

Verbleib

in der EU

oder

EU-Kommission und britische Regierung

führen Austrittsverhandlungen.

Einigung

oder

Keine Einigung

Bis Nov./Dez. 2018 sollten alle Punkte geklärt

sein, weil noch das EU-Parlament, der

EU-Ministerrat und das britische Parlament

zustimmen müssen.

Frist für Verhandlungen endet am 21.1.2019,

danach benötigt die britische Regierung ein

neues Mandat vom Parlament.

EU-Parlament,

EU-Ministerrat oder

britisches Unter-

haus lehnen ab

= keine Einigung

EU-Parlament,

EU-Ministerrat und

britisches Unter-

haus stimmen zu

oder

Geordneter Brexit

Verhandlungen über zukünftiges Verhältnis

Übergangsphase bis mind. 31.12.2020

keine Einigung =

Brexit ohne

Abkommen

oder

Einigung

Szenario: Geordneter Brexit mit

Einigung über zukünftiges Verhältnis

Vereinigtes Königreich

von Großbritannien

und Nordirland

Nordirland

Irland

(EU)

Abkommen regeln Handels- und andere

Beziehungen zwischen der EU und

Großbritannien.

Handelsvereinbarung regelt

das Nordirland-Problem.

Szenarien: Keine Einigung

Verlängerung der

Austrittsverhandlungen

Einstimmiger Beschluss der EU-27 und

Großbritanniens ist nötig sowie Zustimmung

des britischen Parlaments.

Großbritannien bleibt bis auf Weiteres

EU-Mitglied.

Einigung

oder

Keine Einigung

oder

Brexit ohne Abkommen

Großbritannien verlässt die EU am 29.3.2019

ohne Übergangsphase und Verhandlungen

über das zukünftige Verhältnis.

Neue harte Grenzen zwischen Irland

und Nordirland

Zollkontrollen zwischen EU und Großbritannien

Einzelabkommen zwischen EU und

Großbritannien könnten schlimmste

Folgen abfedern.

Handel auf Basis von WTO-Regeln mit

hohen Einfuhrzöllen

oder

Zweites Referendum

Angesetzt von Theresa May nach Scheitern

der Austrittsverhandlungen oder nach

Rücktritt der Regierung May, Neuwahlen

und Sieg der Labour-Partei

Verbleib

in der EU

Austritt

aus der EU

oder

Hier sieht man AMP-Fallback

Begriffserläuterung: Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland wird in der Grafik als Großbritannien bezeichnet.

Mitarbeit: Anika Zeller, Chris Kurt, Michael Niestedt

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.