Missbrauchsskandal in Chile Papst akzeptiert Rücktritt von drei Bischöfen

Der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Chile hat erste personelle Konsequenzen. Drei Bischöfe verlieren ihr Amt.

Papst Franziskus
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Noch vor wenigen Wochen hatte Papst Franziskus "schwere Fehler" im Umgang mit dem Missbrauchsskandal in der chilenischen katholischen Kirche angeprangert - und Änderungen innerhalb der Institution angekündigt. Jetzt traf er eine Entscheidung: Drei Bischöfe werden ihr Amt nicht länger ausüben.

Franziskus habe das Rücktrittsgesuch von Bischof Juan Barros von Osorno, Bischof Gonzalo Duarte García de Cortázar von Valparaíso und Bischof Cristián Caro Cordero von Puerto Montt akzeptiert, heißt es in einer Mitteilung des Vatikans. Nur einer der drei, der 61-jährige Barros, ist unter der Pensionsaltersgrenze von 75 Jahren.

In Chile soll der sexuelle Missbrauch von Kindern durch den früheren Pfarrer und Priesterausbilder Fernando Karadima jahrelang von der Kirche gedeckt worden sein. Opfer richten in diesem Zusammenhang vor allem starke Vorwürfe gegen Barros. Er habe die Taten über Jahre vertuscht.

Papst Franziskus wiederum hatte ebenfalls heftige Kritik auf sich gezogen, weil er Barros in Schutz genommen hatte. "Es besteht kein einziger Beweis gegen ihn, es ist alles Verleumdung", hatte der Papst seinerzeit gesagt, sich dafür aber später entschuldigt. Im April äußerte er Scham und Schmerz angesichts des Leidens der Missbrauchsopfer.

34 Bischöfe aus Chile reichten Rücktritt ein

Mitte Mai hatte sich der Pontifex mit 34 Bischöfen des Landes zu Gesprächen in Rom getroffen. Danach kündigte der Papst zwar an, dass sich in der katholischen Kirche in Chile etwas ändern werde, er erwähnte aber keine Bestrafungen oder Maßregelungen. (Mehr dazu lesen Sie hier.) Alle 34 Bischöfe reichten danach ihren Rücktritt ein, in den drei genannten Fällen nahm Franziskus die Gesuche nun an.

Der Pontifex hatte allerdings bereits mitgeteilt, dass Rücktritte alleine nicht reichten. "Wir lösen die Probleme der Kirchengemeinschaft nicht nur durch die Absetzung von Personen", hieß es in einem Schreiben an die Bischöfe im Mai. "Wir müssen das tun, aber es ist nicht genug. Wir müssen weitergehen."

fok/AP

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