Schauspielerin in der Mutterrolle Keira Knightley und das Gefühl zu versagen

Als Superstar genießt Keira Knightley viele Privilegien. Doch das Leben als Mutter findet die 33-jährige Schauspielerin dennoch verdammt schwierig.

picture alliance/ abaca/ Nasser Berzane

Im Kino ist Keira Knightley aktuell in ihrer Rolle als feministische Schriftstellerin im endenden 19. Jahrhundert zu sehen. Lange hatte die spätere französische Literatur-Nationalheldin "Colette" um Anerkennung kämpfen müssen. Eine Auseinandersetzung, die Frauen der britischen Schauspielerin zufolge auf anderem Gebiet auch gut 100 Jahre später noch immer führen.

"Ich denke nicht, dass wir Frauen genug Anerkennung für den physischen und emotionalen Marathon geben, den sie durchmachen, wenn sie Mutter werden", sagte Knightley in einem Interview mit der Zeitschrift "Balance". "Eine Dreijährige unter Kontrolle zu bringen, ist überhaupt nicht sexy", wird Knightley zitiert. Ihre Tochter Edie ist in dem Alter - und als Mutter wünscht sich der "Fluch der Karibik"-Star mehr Wertschätzung für diese Arbeit.

Bereits im Herbst hatte die 33-Jährige in einem sehr persönlichen Essay über die großen Schmerzen der Geburt berichtet. Zumindest was die Rahmenbedingungen des Mutterseins anbelangt, habe sie es selbst, so sagt sie es nun "Balance", aber noch gut getroffen - sie könne sich etwa eine gute Kinderbetreuung leisten.

Einer gleichberechtigteren Welt verpflichtet

Dennoch findet Knightley die Herausforderungen des Lebens mit Kind manchmal "verdammt schwierig". Sie liebe ihre Tochter, doch sie müsse auch zugeben, dass "der Schlafentzug, die hormonellen Veränderungen und die Veränderung der Beziehung zu meinem Partner mir das Gefühl geben, zu versagen". Immer wieder müsse sie sich daran erinnern, dass das nicht der Fall sei. "Ich tue das, was ich kann, aber es ist nicht einfach."

Historischer Hintergrund

Geschlechterpolitik, sexuelles Erwachen und Feminismus: Als Promi will sich Knightley zu diesen Dingen öffentlich äußern. "Ich fühle mich verpflichtet, mich für eine gleichberechtigtere Welt einzusetzen", sagte sie "Balance". Da die Gesellschaft von Männern dominiert sei, könne es nur hilfreich sein, über "die gesamte Erfahrungswelt von Frauen zu sprechen, anstatt nur über den kleinen Ausschnitt an Weiblichkeit, den wir normalerweise in unserer Kultur sehen."

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