Kalifornien Waldbrand zwingt Tausende Menschen in die Flucht

Die Flammen breiten sich rasch aus und bringen Zehntausende Menschen in Gefahr: In Kalifornien kämpft die Feuerwehr gegen einen heftigen Waldbrand. Zu dramatischen Szenen kommt es in der Kleinstadt Paradise.

DER SPIEGEL

Im Norden Kaliforniens sind Zehntausende Menschen vor einem schweren Waldbrand geflohen. Besonders betroffen von den sich schnell ausbreitenden und bis zu 15 Meter hohen Flammen war die Kleinstadt Paradise 240 Kilometer nordöstlich von San Francisco.

Der Ort musste evakuiert werden. Alle 27.000 Einwohner wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Dabei kam es zu dramatischen Szenen. Da die Stadt auf einem Bergrücken liegt, gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Fluchtwegen. Nach Unfällen waren einige Straßen blockiert. Behördenangaben zufolge stiegen Bewohner von Paradise aus ihren Autos und setzten die Flucht vor den Flammen zu Fuß fort - mit Kindern und Haustieren auf dem Arm.

"Es ist sehr chaotisch", sagte Ryan Lambert von der California Highway Patrol zur Evakuierung. "Es ist ein sehr schlimmes Feuer." Die Einsatzkräfte benutzten einem Behördensprecher zufolge einen Bulldozer, um verlassene Fahrzeuge von der Straße zu schieben. So hätten sie Rettungskräften den Weg frei gemacht, die Patienten aus dem örtlichen Krankenhaus evakuieren wollten.

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Waldbrand in Kalifornien: Zerstörtes Paradise

Die Klinik sei komplett zerstört worden, teilte ein Sprecher des Krankenhausbetreibers später mit. Insgesamt fielen offiziellen Angaben zufolge mindestens tausend Häuser den Flammen zum Opfer. "Die Stadt ist verwüstet, alles ist zerstört", sagte Scott McLean, Sprecher der kalifornischen Behörde für Forstwirtschaft und Brandschutz (Cal Fire).

Mehrere Zivilisten und Feuerwehrleute seien verletzt worden, teilten die Behörden mit. Es gebe auch unbestätigte Berichte über Todesopfer, sagte Sheriff Kory Honea. Das Feuer brach den Angaben zufolge am Donnerstagmorgen aus und wurde von starkem Wind und der vorherrschenden Trockenheit angefacht. Eine Fläche von 8093 Hektar sei verbrannt worden, teilte Cal Fire mit.

"Die ganze Stadt brennt", sagte Bob Van Camp, ein Einwohner von Paradise, der mit seinem Motorrad geflüchtet war. "Wir mussten durch die Flammen fahren." In mehreren Kirchen und großen Hallen fanden Menschen laut US-Medien Zuflucht.

Inzwischen sorgen sich die Behörden auch um die 93.000 Einwohner zählende Stadt Chico. Sie könnte als nächstes von den Flammen bedroht sein, falls sich der Waldbrand weiter so ausbreitet. Vizegouverneur Gavin Newsom rief für den Bezirk Butte den Notstand aus, um auf diese Weise schnell Hilfe zu mobilisieren.

Kalifornien erlebt eines der schlimmsten Waldbrandjahre in seiner Geschichte. Bislang fiel fast doppelt so viel Fläche wie im Vorjahreszeitraum den Flammen zum Opfer und fast das dreifache Gebiet im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt.

Bei anhaltend sommerlichen Temperaturen und Trockenheit ist die Feuergefahr an der US-Westküste weiterhin hoch. In diesem Sommer wüteten zahlreiche Großbrände, darunter auch in der Nähe des berühmten Yosemite-Nationalparks. Das bei Touristen beliebte Yosemite-Tal war wegen starker Rauchentwicklung wochenlang für Besucher gesperrt.

wit/Reuters/dpa



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