Gesamtschule in NRW 15-Jähriger soll Mitschüler getötet haben

An einer Gesamtschule in Lünen bei Dortmund ist ein Junge gewaltsam zu Tode gekommen. Tatverdächtig ist ein Mitschüler.

DPA

In einer Gesamtschule in Lünen bei Dortmund hat gegen acht Uhr morgens ein minderjähriger Schüler einen anderen getötet. Dies berichten die Dortmunder Staatsanwaltschaft und die Polizei Dortmund in einer gemeinsamen Erklärung.

Zur Art der Verletzungen des Opfers wollte die Polizei keine Angaben machen. Auch die Schulleitung bestätigte lediglich, dass es zu einem Kapitaldelikt gekommen sei.

Der Tatverdächtige wurde im Rahmen der Fahndung festgenommen. Die Umstände der Tat sind noch unklar, auch zu einem möglichen Motiv ist noch nichts bekannt. Die Polizei ist vor Ort, Seelsorger betreuen derzeit Angehörige sowie Schüler und Lehrer der Schule.

Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns sagte, er sei "entsetzt und fassungslos". "Diese schreckliche Tat macht mich tief betroffen. Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten der Familie des Opfers", teilte er auf der Internetseite der Stadt mit.

"Unsere Gedanken sind aber auch auf die Schulgemeinde gerichtet. In diesen schweren Stunden sind wir für sie da. Es gibt keine Worte, die Trost spenden können. Aber wir werden zeigen, dass wir in Lünen in solchen Situationen zusammenstehen", hieß es weiter. Kleine-Frauns kündigte für Mittwoch um 12 Uhr eine Schweigeminute in allen Schulen und im Lüner Rathaus an.

Die Käthe-Kollwitz-Schule ist eine von zwei Gesamtschulen in Lünen, einer Stadt am Rand von Ruhrgebiet und Münsterland. Nach Angaben der Stadtverwaltung besuchen 968 Schüler die Einrichtung, auch das Opfer und der Tatverdächtige wurden hier unterrichtet. Beide kamen aus Lünen. Der mutmaßliche Täter ist laut Polizei 15 Jahre alt, das Opfer ein Jahr jünger.

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Lünen bei Dortmund: Tatort Schule

Einen Amoklauf schloss der ermittelnde Staatsanwalt Heiko Artkämper aus. Details zu der Straftat wollte er auf Anfrage nicht nennen.

Der Kampf gegen Kinder- und Jugendkriminalität bestimmt seit einiger Zeit die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen. Der frühere NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte ihn als "eine der wichtigsten Aufgaben der NRW-Polizei" bezeichnet. 2016 war jeder fünfte Straftäter jünger als 21 Jahre, die Zahl war im zweiten Jahr in Folge angestiegen.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieser Meldung hieß es, das Opfer sei erschossen worden. Das ist nicht korrekt. Bisher teilte die Polizei nur mit, dass der Schüler gewaltsam zu Tode kam.

ala/dpa

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