Schüsse auf Fußballprofi Staatsanwaltschaft sucht nach Zeugen im Fall Naki

Auf der A4 schossen Unbekannte auf Deniz Naki. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln in alle Richtungen - und wenden sich nun an die Öffentlichkeit.

Deniz Naki
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Deniz Naki


Nach den nächtlichen Schüssen auf das Auto des Fußballprofis Deniz Naki hat die Staatsanwaltschaft Aachen bisher offenbar keine heiße Spur. Sie bittet nun die Öffentlichkeit um Hinweise.

In der Nacht zu Montag soll Naki auf der Autobahn 4 nahe Düren bei Aachen aus einem fahrenden Wagen beschossen worden sein. Die Aachener Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötung gegen unbekannt.

"Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen befuhr Deniz Naki am 7. Januar 2018 zwischen 22 und 23 Uhr mit seinem mattschwarzen Porsche Cayenne unter anderem die BAB 4 von Düren nach Aachen Europaplatz sowie anschließend dieselbe Autobahn zurück in Fahrtrichtung Köln", heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

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Der politische Fußballer: Wer ist Deniz Naki?

Im Bereich zwischen den Anschlussstellen Weisweiler und Langerwehe in Fahrtrichtung Köln wurde nach Angaben von Deniz Naki aus einem ihn überholenden Fahrzeug gezielt mehrfach auf sein Auto geschossen, heißt es in der Mitteilung weiter. "Bei dem Täterfahrzeug soll es sich um einen dunklen Pkw, vermutlich Kombi, mit nicht lesbarem oder nicht vorhandenem hinteren Kennzeichenschild gehandelt haben." Das vermeintliche Täterfahrzeug habe nach den Schüssen die Autobahn nicht verlassen, sondern habe seine Fahrt in Richtung Köln fortgesetzt. "Hat jemand das Geschehen beobachtet oder die Fahrzeuge vorher oder zu einem späteren Zeitpunkt wahrgenommen?"

Der ehemalige St.-Pauli-Spieler mit kurdischen Wurzeln gilt als Kritiker der türkischen Regierung und sieht sich als Opfer eines politisch motivierten Mordanschlags. (Mehr zu dem Fall lesen Sie hier). Der aus Düren stammende frühere Spieler der deutschen U21-Nationalmannschaft ist aktuell beim Drittligisten Amed SK in der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir unter Vertrag.

Die Staatsanwaltschaft nimmt Nakis Schilderung sehr ernst, macht aber zu den Hintergründen und möglichen Motiven keine Angaben. Eine Mordkommission ermittelt nach Angaben der Behörde in alle Richtungen. Naki soll unter Polizeischutz stehen und sich an einem unbekannten Ort aufhalten.

asa

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