Siamesische Zwillinge aus Gaza Baby stirbt nach Trennungs-OP

Im Gazastreifen hat eine Palästinenserin siamesische Zwillinge geboren. Die beiden Mädchen wurden bei einer aufwendigen Operation in Saudi-Arabien getrennt - zunächst erfolgreich. Doch nun ist eines der Mädchen tot.

Siamesische Zwillinge in Gaza-Stadt einen Tag nach der Geburt
AFP

Siamesische Zwillinge in Gaza-Stadt einen Tag nach der Geburt


Nach der Trennung von siamesischen Zwillingsschwestern aus dem Gazastreifen in Saudi-Arabien ist eines der Mädchen gestorben. Das teilte das saudi-arabische Informationsministerium mit. Ihre Schwester Hanin befinde sich fünf Tage nach der Operation in Riad hingegen in einem stabilen Zustand und erhole sich.

Farah und Hanin waren im vergangenen Oktober im Gazastreifen zur Welt gekommen. Der Chef der Geburtsstation des Schifa-Krankenhauses von Gaza-Stadt, Allam Abu Hamda, hatte damals gesagt, die Mädchen hätten ein eigenes Herz und eigene Lungen, aber ein gemeinsames Bein. Sie müssten dringend außerhalb des Palästinensergebiets operiert werden. Im Gazastreifen könne der komplizierte Eingriff nicht vorgenommen werden.

Wie der Sender BBC berichtet, waren die Kinder vor wenigen Tagen erfolgreich getrennt worden - unter anderem an Leber und Darm. Doch laut dem saudi-arabischen Informationsministerium ist eines der Babys nun klinisch tot.

Hanin überlebte

Das lebende Mädchen Hanin atme normal und werde derzeit künstlich ernährt, erklärte der Arzt Abdullah al-Rabiah, der die Operation im König-Abdallah-Kinderkrankenhaus geleitet hatte. Auf eine künstliche Beatmung sei das Baby nun nicht mehr angewiesen.

Israel hat gegen den Gaza-Streifen seit mehr als zehn Jahren eine Blockade verhängt und begründet dies als Sicherheitsmaßnahme zum Schutz vor Angriffen der Hamas. In dem abgeriegelten Gebiet herrscht in vielen Bereichen eklatanter Mangel. Nach Einschätzung von Uno-Vertretern ist ein normales Leben im Gazastreifen nicht mehr möglich, vor allem weil es dringend an Trinkwasser und medizinischer Versorgung für die knapp zwei Millionen Einwohner fehlt.

2010 waren in dem Palästinensergebiet schon einmal siamesische Zwillinge zur Welt gekommen. Sie wurden nach Saudi-Arabien gebracht, um sie dort in einer Operation zu trennen. Ärzte in Riad sagten allerdings, der Zustand der Kinder sei zu instabil, um sie zu operieren. Die Zwillinge starben.

jpz/AFP



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