Angebot für PC-Spieler Spielehersteller Electronic Arts stellt neue Flatrate für Games vor

Für 15 Euro pro Monat dürfen Nutzer auf die jüngsten Versionen von Spielen wie "Fifa" und "Battlefield" unbegrenzt zugreifen. Die Firma Electronic Arts will damit eine neue Variante des Games-Abos testen.

Gamerin, die auf der EA Play posiert
AFP

Gamerin, die auf der EA Play posiert

Aus Los Angeles berichtet


Nein, wirklich berauscht hat der Videospielehersteller Electronic Arts (EA) wohl niemanden mit seiner Spiele-Präsentation am Samstag in Los Angeles. Auf dem Event namens EA Play präsentierte die Firma vor allem Blockbuster wie "Fifa 19", "Battlefield V" und "Anthem" - Spiele, von denen man bereits wusste oder ahnte, dass sie existieren. Dazu kam etwa ein "Command & Conquer"-Mobilspiel und immerhin die unerwartete Ankündigung, dass ein zweiter Teil des Geschicklichkeitsspiels "Unravel" nicht nur zu zweit spielbar, sondern auch von sofort an erhältlich ist.

Eine interessante Erkenntnis bot die Präsentation jenseits der Neuheiten-Show aber doch noch: EA probiert weiter aus, wie sich Gamer für ein Flatrate-Angebot gewinnen lassen - also für ein Abo, das für Spieler praktisch ist und der Firma zugleich regelmäßige und gut kalkulierbare Einnahmen beschert.

EAs neuestes Experiment findet vorerst nur auf dem PC statt: Das Unternehmen peppt seinen Dienst Origin Access im Sommer mit einer Luxusvariante namens Origin Access Premier auf. Das neue Monatspaket kostet 15 Euro im Monat oder 100 Euro im Jahr.

Neuheiten fünf Tage eher spielen

Wer bereit ist, dieses Geld zu investieren, der bekommt dafür nicht nur Zugriff auf Dutzende ältere EA-Spiele, sondern auch auf Neuheiten - und das ab fünf Tage vor deren eigentlichem Erscheinen. Für den Herbst stehen aus EAs Katalog beispielsweise die Sportspiele "Fifa 19" und "Madden 19" und der Shooter "Battlefield V" bereit, Anfang 2019 kommt das Bioware-Abenteuer "Anthem" dazu. Spielen kann man die Titel ohne inhaltliche oder zeitliche Begrenzung, solange die eigene Access-Premier-Mitgliedschaft läuft.

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Dass EA auch die Neuheiten in die Flatrate packt, die das Unternehmen als Einzelkauf meist für etwa 60 Euro anbietet, ist ein spannendes Manöver. In der bisher verfügbaren Variante von Origin Access bekamen Spieler im Herbst zum Beispiel nur die "Fifa"-Version aus dem Vorjahr statt der aktuellsten angeboten. "Wir nutzen die Möglichkeit, dass man per EA Access 'Fifa' spielen kann, vor allem dafür, dass Spieler ins nächste Spiel reinkommen", erklärte dazu 2017 Jens Kosche, EAs Deutschlandchef. "Die probieren das alte aus und sind so angefixt, dass sie auch das neue haben wollen."

Neuheiten ließen sich mit Origin Access zwar ebenfalls fünf Tage vor Release ausprobieren, jedoch nur maximal zehn Stunden - diese Einschränkung entfällt bei der Premier-Variante. Die alte Flatrate-Version für vier Euro im Monat oder 25 Euro jährlich soll neben Origin Access Premier weiter existieren, als Origin Access Basic.

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In beiden Flatrates nicht enthalten sind optionale Zusatzkäufe für EA-Spiele. Wer aber mit echtem Geld etwa virtuelle Fifa-Points erwerben will, um mit ihnen in "Fifa" die eigene Mannschaft aufzupeppen, der bekommt als Access-Mitglied zumindest zehn Prozent Rabatt auf solche Online-Käufe.


Update, 11. Juni: Mittlerweile sind die genauen Preise für Deutschland bekannt, wir haben den Artikel entsprechend umformuliert.

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
sam_keit 11.06.2018
1. Game as a service
Langsam aber sicher entwickelt sich auch der Gamingmarkt in Richtung Service. Der User soll keine Spiele mehr besitzen, sondern nur noch leasen. Es ist halt eine willkommene Entwicklung für Gamer, die viele Games spielen möchten. Aber gerade für die ältere Generation, die Spiele kaufen mit etwas materiellem Verbinden (CD, DVD, Spiele Box etc.), wird diese Entwicklung nichts gutes heißen. Aber wenn man ehrlich ist bekommt man heutzutage auch keine vollständigen Spiele mehr. Die meisten Inhalte und Patches muss man sich nachträglich eh runterladen
Ignorant00 11.06.2018
2. Kein Service, Käfig!
Zitat von sam_keitLangsam aber sicher entwickelt sich auch der Gamingmarkt in Richtung Service. Der User soll keine Spiele mehr besitzen, sondern nur noch leasen. Es ist halt eine willkommene Entwicklung für Gamer, die viele Games spielen möchten. Aber gerade für die ältere Generation, die Spiele kaufen mit etwas materiellem Verbinden (CD, DVD, Spiele Box etc.), wird diese Entwicklung nichts gutes heißen. Aber wenn man ehrlich ist bekommt man heutzutage auch keine vollständigen Spiele mehr. Die meisten Inhalte und Patches muss man sich nachträglich eh runterladen
Ich spiele viele Spiele, gerne auch Indietitel! Kein Service, Käfig! Vielspieler werden eine geringere Auswahl haben! Das ist doch nur die Idee einer extremen Kundenbindung: Wie viele solcher 15 Dollar Abos wird sich selbst ein Vielspieler leisten wollen/können? Das bedeutet Marktkonzentration von drei bis vier Großen, die dann noch extremer furchtbare Spielkonzepte wie Pay to Win in den Markt drücken können! EA ist hier ein extrem abschreckendes Beispiel! PS: Vielspieler können vielleicht auch einfach mal auf den nächsten Sale warten und sich so eine Unzahl an Spielen leisten! Spiele jetzt seit Jahrzehnten Computerspiele: Da muss ich mir die nicht mehr am Erscheinungstag zulegen.
quark2@mailinator.com 11.06.2018
3.
Die Spiele der 80er und 90er kann man heute immer noch problemlos spielen - von Ausnahmen mal abgesehen. Die jetzigen Spiele werden vermutlich bald weg sein. Sobald jemand die Server abschaltet, ist Schluß. Schade drum. Persönlich bezahle ich nur für Spiele, die ich hinterher auch besitze, zuletzt Battletech Mechwarrior via Gog. Wer mein Geld nicht will ... es gibt genug anderes zu kaufen.
hr.lich-daemlich 11.06.2018
4. Wow
Wenn das stimmt, dann ist das ja ein richtiges Schnäppchen für EA Verhältnisse. Nur Schade, dass mir EA schon so viele Spiele verdorben hat, dass ich da nichts mehr investiere. So viele Toptitel werden nur noch zu Geldproduzenten umgebaut, dass der Spielspaß nur noch mit dickem Portemonnaie zu erhalten ist (also nachdem man schon Geld zum Benutzen des Spiels ausgegeben hat). Das Command&Conquer würde ich mir sogar angucken, wenn es nicht von dem Unternehmen wäre. Den Frust tu ich mir aber nicht an.
spon_12 11.06.2018
5.
Zitat von quark2@mailinator.comDie Spiele der 80er und 90er kann man heute immer noch problemlos spielen - von Ausnahmen mal abgesehen. Die jetzigen Spiele werden vermutlich bald weg sein. Sobald jemand die Server abschaltet, ist Schluß. Schade drum. Persönlich bezahle ich nur für Spiele, die ich hinterher auch besitze, zuletzt Battletech Mechwarrior via Gog. Wer mein Geld nicht will ... es gibt genug anderes zu kaufen.
Sie sind wahrscheinlich eh aus der Zielgruppe herausgewachsen. Ein heute 18-Jähriger glaubt auch nach der 5ten Server-Abschaltung noch der Entschuldigung des Großkonzerns. Wenn er dann jenseits der 30/40 ankommt und langsam begreift, dass er gemolken wird, ist längst eine neue, ich formulier Mal: unbedarfte Generation herangewachsen.
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