Lehrermangel Sachsen lockt Referendare mit 1000 Euro Zulage aufs Land

Adieu, Leipzig und Dresden: Sachsen hat sich eine neue Strategie überlegt, mehr Lehrer in den ländlichen Raum zu bewegen: Referendare sollen 1000 Euro mehr im Monat bekommen, um dort zu unterrichten.

Schüler einer Sekundarschule (Archivbild)
DPA

Schüler einer Sekundarschule (Archivbild)


Mit maximal 2500 Euro brutto im Monat werden sie zu den bestbezahlten Referendaren in Deutschland gehören: Das Bundesland Sachsen will angehende Lehrer mit einer Gehaltszulage von 1000 Euro dazu bewegen, an Schulen im ländlichen Raum zu unterrichten.

"Den Sonderzuschlag vergeben wir ab Januar 2019", sagte ein Sprecher des sächsischen Kultusministeriums am Freitag. Bislang erhalten die Lehramtsreferendare etwa 1500 Euro brutto Grundgehalt. Die sächsische Regierung will auf diesem Weg dem Lehrermangel auf dem Land begegnen. Zuvor hatte die "Freie Presse" in Chemnitz berichtet.

CDU und SPD hatten den Zuschlag bereits in ihrem Handlungsprogramm vereinbart, die Höhe des Zuschlags war damals allerdings noch nicht bekannt, wie es in der Zeitung weiter heißt. Die Landesregierung will zudem einführen, dass Lehrer unter 42 Jahren verbeamtet werden.

In Sachsen fehlen seit Jahren Lehrer auf dem Land. Insgesamt arbeiten im Freistaat rund 33.000 Lehrer. "Die Bereitschaft der jungen Leute, aufs Land zu gehen, ist sehr gering", sagte der Sprecher. Die meisten wollten in den Ballungszentren Leipzig und Dresden arbeiten.

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Mit der Neuregelung wird eine andere Maßnahme gestrichen, die Lehrer aufs Land locken sollte. Die Regierung hatte zunächst ein Stipendium in Höhe von 300 Euro an Lehramtsstudenten vergeben, die sich verpflichten, nach ihrem Studium auf dem Land zu arbeiten, wie die "Leipziger Volkszeitung" berichtet.

Außerdem soll eine Sonderleistung in Höhe von 390 Euro pro Monat für Referendare wegfallen. Diese war seit Februar 2017 unabhängig vom Einsatzgebiet gezahlt worden.

Landarztquote in NRW

Nordrhein-Westfalen hat erst Anfang der Woche mit einer ähnlichen Strategie für Schlagzeilen gesorgt. Um den Mangel an Ärzten auf dem Land zu bekämpfen, hat das Bundesland eine Landarztquote angekündigt. Demnach können über eine Vorabquote voraussichtlich 7,6 Prozent der Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben werden, die sich schon vor dem Studium verpflichten, nach ihrer Facharztausbildung mindestens zehn Jahre lang als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten.

kha/dpa



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