Vorwurf wegen mangelnder Privatsphäre Nachbarn verklagen Tate Modern

Zunächst war es vor allem schick, in dem Luxusbau neben der Tate Modern in London zu leben. Mit einem Anbau änderte sich das - Besucher des Kunstmuseums können nun direkt in Privatwohnungen blicken. Das stört die Nachbarn.

Der Erweiterungsbau der Tate Modern in London
Getty Images

Der Erweiterungsbau der Tate Modern in London


So viel Nähe muss dann doch nicht sein: Erst wertete das renommierte Museum direkt an der Themse das einst eher unbeliebte Bankside-Viertel mächtig auf, nun stören sich unmittelbare Nachbarn an der Nähe des 2016 eröffneten Anbaus - oder vielmehr an den Besuchern auf der dazugehörigen Plattform. Denn die haben einen unmittelbaren Blick in die noblen Appartements. Die Bewohner zogen deshalb nun gegen die Tate Modern vor Gericht.

Die Kläger sind der Überzeugung, dass die Blicke der Besucher auf der Aussichtsterrasse ihre Privatsphäre stören und sie in der Nutzung ihrer Wohnungen einschränken. Die juristischen Vertreter des Musuems sehen das anders: Sie verweisen darauf, dass die Anwohner Jalousien und Gardinien vorziehen könnten. Zudem berufen sie sich auch auf den Umstand, dass das Museum maßgelblich zum Wert der Wohnungen beitrage.

Die Tate Modern war 2000 von der Queen eröffnet worden, brach anschließend alle Besucherrekorde und wurde zum weltweit meistbesuchten Museum für moderne Kunst. Ursprünglich war das Museum für zwei Millionen Besucher konzipiert, im Jahr 2015 zählte es schon fünf Millionen. Ein Erweiterungsbau musste her. Der Pyramiden-förmige Backsteinbau vom Architekturbüro Herzog & de Meuron wurde im Sommer 2016 eröffnet.

Nur wenig später beschwerten sich die Bewohnern des gläsernen Neo-Bankside-Hauses, das 2012 fertiggestellt worden war. Schon 2017 reichten die Besitzer von vier der Wohnungen Klage ein. Die wird nun vor dem High Court verhandelt. In dieser Woche sollte ein Ortstermin anstehen.

brs/AP



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