Kompromiss zwischen Verlagen und Öffentlich-Rechtlichen ARD und ZDF sollen sich online auf Video und Ton fokussieren

ARD und ZDF sollen ihren Schwerpunkt im Internet auf Bewegtbild und Ton legen - das sieht ein neuer Staatsvertrag vor, der den Zeitungsverlegern entgegenkommt. Für Mediatheken entfällt die strenge Auflage für Abrufzeiten.

Werbesäule für die ARD
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Für einen jahrelangen Streit zwischen Verlegern und öffentlich-rechtlichen Sendern scheint eine Lösung gefunden zu sein. Die Online-Angebote von ARD und ZDF sollen künftig ihren Schwerpunkt auf Bewegtbild und Ton legen. Das sieht der neue Telemedien-Staatsvertrag für den Rundfunk vor, auf den sich die Ministerpräsidenten am Donnerstag in Berlin geeinigt haben.

Die öffentlich-rechtlichen Angebote im Internet sollen sich deutlich von denen der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage unterscheiden. Die Verleger hatten immer wieder kritisiert, das Textangebot der beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender in ihren Apps und auf ihren Webseiten sei zu umfangreich und wettbewerbsverzerrend. 2016 hatte bereits das Oberlandesgericht Köln zu Gunsten der Verleger entschieden, dass die "Tagesschau"-App in ihrer Ausgestaltung von 2011 unzulässig sei.

Um weiteren Streit zu vermeiden, soll in Zweifelsfällen künftig eine gemeinsame Schlichtungsstelle der Rundfunkanstalten und Verlage entscheiden, hieß es in dem nun gefundenen Kompromiss weiter. Außerdem beschlossen die Ministerpräsidenten, die Sieben-Tage-Regel bei den Mediatheken aufzugeben.

Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen können damit länger als bisher abgerufen werden. Damit soll einem veränderten Fernsehverhalten Rechnung getragen werden. Zuschauer können Sendungen künftig einfacher als bisher unabhängig vom Ausstrahlungszeitpunkt ansehen und zum Beispiel auch mehrere Folgen einer Serie hintereinander. Die Forderung nach einer Abschaffung der Sieben-Tage-Regel war seit Langem ein Anliegen von ARD und ZDF.

hpi/dpa



insgesamt 24 Beiträge
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olsen59 14.06.2018
1. Wow!
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ein von Vernunft zeugender Kompromiss, der beiden Seiten gerecht wird. Im Zeitalter der Schreihälse und Spalter eine wohltuende Meldung! Hoffen wir, dass die reale Umsetzung gelingt und am Ende nicht wieder nur die Medienanwälte die Nutznießer sein werden.
az26 14.06.2018
2. Stellt dann die Presse dafür ihre Videos ein?
Bald ist es soweit, dass u.A. auf SpOn die Hälfte der Beiträge aus Bewegtbildern besteht.
hegoat 14.06.2018
3.
Die Sieben-Tage-Regel war in Zeiten von Youtube, Netflix und Binge-Watching der größte Quatsch. Der Anteil derjenigen, die noch linear Fernsehen gucken, sinkt seit Jahren. Die jüngeren wollen sich ihren Tages- und Wochenablauf nicht vom TV-Programm mit festen Sendezeiten diktieren lassen.
flaffi 14.06.2018
4. Absolut vernünftig
Das sollte die Streithähne beruhigen.
vantast64 14.06.2018
5. Das Internet ist kein Rundfunk,
es ist jeweils eine individuelle, 2-seitige Verbindung zwischen Empfänger und Sender, die jederzeit ihre Plätze tauschen können. es gibt keinen Rundspruch "An Alle". Die fehlerhafte Rechtsauffassung kam nur auf Wunsch der Politiker zustande, da diese auch im Internet eine Propagandabühne haben wollen. Die Richter fügten sich den Machthabern.. BSZ Bochumer Studentenzeitung vom 6.6.2019: Grundrechte-Report vorgestellt, Grundrechte in Gefahr: VertreterInnen von acht BürgerInnen- und Menschenrechts-organisationen haben den Grundrechte-Report vorgestellt. Über 230 Seiten stark und eine Anklage gegen den Eingriff des Staates in fundamentale Menschenrechte. So sehen die am Report beteiligten Organisationen ihr Werk. Dieses wurde am 29. Mai in Karlsruhe von den acht beteiligten Organisationen vorgestellt. Der 1997 erstmals veröffentlichte Bericht erscheint jährlich in zeitlicher Nähe zum Jahrestag des Inkrafttretens des Deutschen Grundgesetzes. In ihm werden Verstöße gegen eben jenes Grundgesetz festgehalten; diese Verstöße gehen in der absoluten Überzahl vom Staat und staatlichen Institutionen aus. (Wie beim PC-Urteil und dem Rundfunkzwangs-beitrag, Artikel 5 GG auf den Kopf gestellt)
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