Entwicklung von Robo-Autos VW kooperiert mit Start-up eines Ex-Google-Ingenieurs 

Im Wettrennen um autonom fahrende Autos sucht Volkswagen Hilfe im Silicon Valley. Europas größter Autohersteller kooperiert künftig mit Aurora - dem Start-up von Chris Urmson, Ex-Chefentwickler der Google-Cars.

Selbstfahrendes Auto von VW, der Sedric
VW

Selbstfahrendes Auto von VW, der Sedric


Der Volkswagen-Konzern setzt bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos auf eine Zusammenarbeit mit dem US-Start-up Aurora. Die Firma aus dem Silicon Valley ist auf die Entwicklung von autonomen Fahrassistenzsystemen und Sensoren spezialisiert und wird von einem Ex-Google-Ingenieur geleitet. Chris Urmson, der bei Google jahrelang das Roboterwagen-Programm beaufsichtigte, ist Mitgründer und Chef des Start-ups. Beide Unternehmen kündigten die Partnerschaft an. Man wolle "Mobilität für alle auf Knopfdruck" anbieten, erläuterte VW-Digitalchef Johann Jungwirth die Kooperation.

Auf der Messe für Konsumelektronik CES in Las Vegas, die am 9. Januar startet, soll das Vorhaben näher vorgestellt werden. Aurora-Chef Urmson hatte die Google-Mutter Alphabet 2016 verlassen, um ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen. Zuvor war er für das Roboterwagen-Programm bei Google verantwortlich. Mit im Boot bei dem Unternehmen aus Palo Alto ist auch der langjährige Chefentwickler von Teslas Fahrassistenzsystem Autopilot, Sterling Anderson. Beide haben vor rund einem Jahr die Gründung von Aurora bekannt gegeben und wurden von Tesla wegen angeblichen Geheimnisdiebstahls und Mitarbeiter-Klau verklagt. Die Parteien einigten sich außergerichtlich.

"Unsere Priorität bei Aurora liegt darauf, selbstfahrende Fahrzeuge Realität werden zu lassen - sicher, schnell und breit zugänglich", sagte Urmson. Mit Partnern aus der Industrie wie VW sei das schneller zu erreichen. "Gemeinsam werden wir selbstfahrende Fahrzeuge in großem Maßstab auf den Markt bringen."

Zweistellige Zahl an Test-Autos geplant

Dem US-Technologieblog "The Verge" sagte Jungwirth, VW und Aurora wollten Ende des Jahres eine zweistellige Zahl an Test-Autos auf die Straßen bringen, die eine Hälfte davon in Deutschland, die andere im Silicon Valley. 2021 solle das Projekt so weit sein, dass in zwei bis fünf Städten Pilotflotten fahren könnten.

Auch der VW-Rivale Hyundai will mit Aurora auf diesem Feld zusammenarbeiten. Der südkoreanische Autohersteller plant, 2021 autonome Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. VW und Hyundai sind die ersten Partner von Aurora. Immer mehr Autohersteller kooperieren bei selbstfahrenden Autos mit Technologiefirmen. So arbeitet beispielsweise BMW und Fiat Chrysler mit dem Chiphersteller Intel zusammen, Volvo mit dem Fahrdienstvermittler Uber.

ene/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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lupo62 04.01.2018
1.
Wird die Kiste zum Fahren angehoben oder hat sie tatsächlich nur gefühlte ein Zentimeter Bodenfreiheit?
h.weidmann 04.01.2018
2.
Zitat von lupo62Wird die Kiste zum Fahren angehoben oder hat sie tatsächlich nur gefühlte ein Zentimeter Bodenfreiheit?
Schauen Sie nochmal genau hin. Sehen Sie die 42 auf der Radabdeckung? Der ist nicht für die Strasse gedacht, eher um Anhalter durch die Galaxis zu befördern.
Gerd@Bundestag.de 05.01.2018
3. Verständliche Absetzbewegung
Als Chefentwickler autonomer Systeme würde ich auch lieber mit potenten Industriepartnern zusammenarbeiten, als mit einem Schaumschläger. Gute Entscheidung
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